Gesellschaft

„Die Südtiroler werden schon mit Watterkarten geboren“

Mit dem Kartenspiel kann man drei Varianten spielen.
© Andreas Rottensteiner / TT

Der Künstler und Illustrator Christian „Yeti“ Beirer hat es wieder getan: Nach Nordtiroler und Vorarlberger hat er Südtiroler Almen in einem Kartenspiel verewigt.

Von Alexandra Plank

Innsbruck –Viel Arbeit, aber auch Schweiß hat der Tiroler Illustrator „Yet­i“ Beirer in die Entwicklung des Almquartetts gesteckt. Für das Kartenspiel, von dem es eine Tiroler und eine Vorarlberger Ausgabe gibt, besuchte er vor drei Jahren mit Peter Wallgram je 32 Almen. Mit dem Bike waren die beiden von Mai bis September 2013 von Hütte zu Hütte unterwegs. „Die Almquartette haben total eingeschlagen, wir haben dem Athesi­a Verlag vorgeschlagen, auch ein Quartet­t für Südtirol zu erstellen“, erzählt Beirer, als wir uns am Stammtisch des gemütlichen Höttinger Burenwirts treffen.

„Diesmal war mehr die Kreativität als der Muskeleinsatz gefragt“, sagt der Illustrator. Der Athesia Verlag habe diesmal die Almen jenseits der Grenze ausgewählt. Vom Verlag kam auch die Idee, das Kartenspiel um eine Funktion zu erweitern. „Die Südtiroler werden schon mit Watterkarten geboren. Sie lieben dieses Spiel. Daher habe ich die Karten so gestaltet, dass man mit ihnen auch watten kann.“ Mit seinem Almspiel kann man nun Quartett spielen, stechen und eben watten. Während die Südtiroler mit Salzburger Karten spielen, spielen die Nordtiroler mit Doppeldeutschen Karten. Beim Stechen hat es bei der Nordtiroler Ausgabe den Kasknödelfaktor gegeben, den gibt es in Südtirol nicht. „Die Südtiroler haben hervorragende Knödel, aber wir haben uns diesmal dafür entschieden, aufzuzeigen, wie leicht erreichbar die Hütten sind“, so Beirer. Je einfacher man hinkommt, etwa auch mit Kinderwagen, desto besser für den Besitzer der Karte: Bequemlichkeit ist in diesem Fall Trumpf.

Mit Südtirol verbindet Beirer viel. Er ist gerne dort und hat in seiner Studentenzeit auch die Wohngemeinschaft mit Südtirolern geteilt: „Natürlich gab es immer die Witze, weil sie jedes Wochenende heimgefahren sind“, sagt Beirer.

Er ist davon überzeugt, dass die Südtiroler aber in jedem Fall besser watten können als die Nordtiroler. Eine gewagte These, die der aus Südtirol stammenden Wirtin des Burenwirtes, Ingrid Marzari, sehr gefällt. Sie fordert den Kartenschöpfer zu einem Spiel heraus. „Ich bin ein sehr schlechter Spieler und daran sind sicher nicht die Karten schuld“, sagt dieser entschuldigend. Marzari lässt sich einen Block bringen. „Nur für das Foto watten, das kommt gar nicht in Frage, jetzt geht es richtig um die Wurst“, sagt sie lachend. Die beiden stecken die Karten zusammen und zeigen sich die unterste. Beirers Gesicht verfinstert sich im Laufe des Spiels zusehends. Es spiegelt ein Wechselbad der Gefühle wider und während er noch den einen Stich bejubelt, hat er schon verloren. „Bei drei Stichen ist Schluss“, lacht Marzari.

Der Illustrator ist überzeugt, dass das Kartenspiel ähnlich guten Anklang finden wird wie seine Vorgänger. „In Südtirol gibt es über 2000 Almen, in meinem Spiel erhält man Informationen sowie Adressen und kann sich aussuchen, wohin man wandern will.“ Beirer hat schon neue Ziele im Auge: Ihm schwebt ein Almquartett zum Trentino vor. Die Quartette sind im Buchhandel erhältlich (Quartett-Preis 5 Euro, Südtirol-Quartett 6 Euro).

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