RCB-Analysten erwarten Erholung der Aktienmärkte bis Jahresende
Wien (APA) - Die Kursschwäche an den Aktienmärkten könnte bald ein Ende finden, erwarten die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB). „Wir...
Wien (APA) - Die Kursschwäche an den Aktienmärkten könnte bald ein Ende finden, erwarten die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB). „Wir sind positiv eingestellt“, sagte Chefanalyst Stefan Maxian am Mittwochabend vor Journalisten. Er rechne damit, dass die derzeit dominierende „Furcht im vierten Quartal ausgepreist“ werde. Dann könnten die Aktienmärkte bis zu 15 Prozent zulegen.
Die europäischen Börsen sind seit Mitte August deutlich gefallen. Die Jahresgewinne wurden dabei großteils wieder abgegeben: Der heimische Leitindex ATX notiert derzeit so tief wie zuletzt im Jänner. Bei anderen europäischen Indizes zeigt sich ein ähnliches Bild. Maßgeblich für die Kursschwäche waren Börsenturbulenzen in China und damit verbundene Sorgen um die globale Konjunktur.
„Dass das Wirtschaftswachstum in China in Zukunft schwächer ausfallen wird, ist klar“, sagte Maxian. Dies sei angesichts der hohen Wachstumsraten in der Vergangenheit ganz natürlich. Auch wenn diese Entwicklung „mit Schmerzen verbunden“ sei, werde China letztlich einen ähnlichen Weg gehen wie Japan und Südkorea. Der Binnenkonsum werde für das Wachstum wichtiger, die Investitionen weniger wichtig.
Die Auswirkungen auf Europa werden sich allerdings in Grenzen halten, erwarten die RCB-Analysten: „In Europa werden wir von einer starken Binnenkonjunktur und einer fortgesetzten Erholung in den USA weit mehr profitieren als uns eine harte Landung in China belasten wird“, führte Maxian aus. Der Pessimismus hinsichtlich der Konjunktur im Euroraum sei „übertrieben“, nach der Verlangsamung im vergangenen Jahr werde das Wirtschaftswachstum 2015 und 2016 wieder anziehen. Getrieben werde die Entwicklung vor allem vom Privatkonsum und den niedrigen Rohstoffpreisen.
Auch was den für heimische Unternehmen wichtigen CEE-Raum angeht, sind die RCB-Analysten optimistisch: Polen, Tschechien und Ungarn würden starkes Wachstum und niedrige Inflation aufweisen - nicht zuletzt aufgrund der Geldpolitik der dortigen Notenbanken.
Freuen dürfen sich Anleger nach Ansicht der RCB-Analysten aber auch über die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Ihr milliardenschweres Anleihekaufprogramm werde die Aktienmärkte weiter stützen, sagte Maxian. Auch in den USA habe es in den vergangenen Jahren einen klaren Zusammenhang zwischen der Bilanzsumme der Notenbank und der Entwicklung des S&P-500 gegeben.
Bleibt die Frage, ob Aktien derzeit nicht schon zu hoch bewertet seien. Hier dürfe man nicht nur auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) achten, sagte Maxian. Dieses liegt im Euro-Stoxx-50 zwar derzeit vergleichsweise hoch bei um die 15. Allerdings müssten die Bewertungen in Verhältnis zum niedrigen Zinsniveau gesetzt werden: Dann zeige sich, dass die Aktienmärkte „nicht teuer bewertet“ seien.