Tödliche Messerstiche 2 -Angeklagter kritisierte mehrfach Dolmetscher

Wien (APA) - Langwierig und mühsam hat sich die Einvernahme des 17-jährigen Angeklagten gestaltet. Nicht nur, weil er von seinen bisherigen ...

Wien (APA) - Langwierig und mühsam hat sich die Einvernahme des 17-jährigen Angeklagten gestaltet. Nicht nur, weil er von seinen bisherigen Aussagen abwich und plötzlich von Notwehr sprach, bestand der Beschuldigte darauf, die Fragen von Richter Norbert Gerstberger auf Deutsch zu beantworten. Immer wieder beanstandete der Afghane, dass der Dolmetscher seine Antworten nicht richtig übersetzen würde.

Da der Angeklagte jedoch nur bruchstückhaft Sätze auf Deutsch bilden konnte, was das Mitschreiben für die Schriftführerin unmöglich machte, bestand Gerstberger auf die Aussage in der Muttersprache Paschtu, eine der Landessprachen in Afghanistan. Die Ehefrau des Opfers schloss sich dem Verfahren an, und machte ein Trauergeld in der Höhe von 25.000 Euro geltend. Der 31-jährige Musiker hinterließ zwei Kinder (drei Jahre und vier Monate alt).

Die Verhandlung wurde für eine Mittagspause unterbrochen. Um 13.00 Uhr wird der Prozess mit der Aussage mehrerer Zeugen fortgesetzt. Ob am Donnerstag ein Urteil gefällt wird, war zu Mittag noch unklar.