Flüchtlinge - Rund 600 Flüchtlingskinder an steirischen Schulen
Graz (APA) - Unter den Asylwerbern und Flüchtlingen, die in den vergangenen Monaten in die Steiermark gekommen sind, befinden sich auch schu...
Graz (APA) - Unter den Asylwerbern und Flüchtlingen, die in den vergangenen Monaten in die Steiermark gekommen sind, befinden sich auch schulpflichtige Kinder und Jugendliche. Rund 30 Prozent der nach aktuellem Stand 581 schulpflichtigen Flüchtlingskinder sind Neuankömmlinge, hieß es am Donnerstag im gemeinsamen Pressegespräch des Landesschulrates und der Pädagogischen Hochschule (PH) Steiermark.
Der gesamte Anteil der schulpflichtigen Kinder aus Flüchtlingsfamilien liege in den steirischen Schulen insgesamt bei rund 0,6 Prozent, schilderte Elisabeth Meixner, Präsidentin des Landesschulrates für Steiermark. „In vielen Schulen gib es kein einziges Flüchtlingskind, in manchen zwischen zwei bis vier, aber es gibt auch ein paar Brennpunktstandorte, die uns sehr beschäftigen“, erläuterte Meixner, die am Donnerstag vorläufige Zahlen präsentierte. „Wir gehen davon aus, dass wir weiter flexibel sein müssen und dass auch traumatisierte Kinder gekommen sind“, führte sie weiter aus.
Im Landesschulrat sei eine eigene Stabsstelle Asyl eingerichtet worden. Für die Schulen habe man schon im Sommer Leitlinien und Checklisten für die ersten Schulwochen vorbereitet und die Schulen zur Sprachstandserhebung und zur Erstellung eines Planes, welche Ressourcen benötigt werden, aufgefordert. Vorsitzender der Stabsstelle ist Josef Zollneritsch, Leiter der Abteilung für Schulpsychologie im Landesschulrat.
An höheren Schulen seien Übergangsschienen für die nicht mehr schulpflichtigen Jugendlichen geplant. „Sie sollen nicht auf den Straßen herumlungern. Wir bräuchten sechs bis sieben solcher Standorte, zu denen jedoch die Zustimmung des Ministeriums notwendig ist“, so Meixner. Das wolle man in der nächsten Woche in Wien klären. Pensionierte Lehrer würden jetzt schon ehrenamtlich den Schülern Deutsch unterrichten.
Um den Lehrenden die nötige Sicherheit mit der vielerorts neuen Situation zu geben, hat die Pädagogische Hochschule ihr Fortbildungsprogramm um einschlägige Angebote erweitert, erklärte Elgrid Messner, Rektorin der PH Steiermark. Dazu gehören etwa Veranstaltungen zum Umgang mit traumatisierten Kindern, zu den Grundlagen des Islam und zum Asylrecht. Weiters will man ein Projekt starten, in dem ehrenamtlich tätige Pädagogen die Lehramtsstudierenden quasi in einem „Crashkurs“ befähigen sollen, Deutschkurse für Flüchtlinge abzuhalten.
Bereits im Sommersemester wurde gemeinsam mit der Caritas Steiermark ein Projekt initiiert, in dem jugendliche Asylwerber als Gastreferenten an die PH geholt werden, um von ihren Herkunftsländern und ihren Erlebnissen auf der Flucht zu erzählen.