Einsparungen im Gesundheitswesen: Italiens Ärzte auf Kriegsfuß
Rom (APA) - Die italienischen Ärzte gehen gegen Sparpläne der Regierung im Gesundheitswesen auf die Barrikaden. Sie drohen mit einem landesw...
Rom (APA) - Die italienischen Ärzte gehen gegen Sparpläne der Regierung im Gesundheitswesen auf die Barrikaden. Sie drohen mit einem landesweiten Streik gegen die von Rom angekündigten Kürzungen.
Die Regierung will die Zahl der Untersuchungen und Vorsorge-Checks, die Ärzte Patienten verschreiben, stark reduzieren. Zu viele Ärzte würden massiv auf die sogenannte „Defensivmedizin“ setzen, als Vorbeugungsmaßnahme vor tatsächlicher oder befürchteter Strafrechtshaftung und Schadensersatzforderung seitens der Patienten. Sie würden daher massiv Kontrollen verschreiben, was den Staatskassen jährlich 13 Milliarden Euro koste.
Sollte erwiesen werden, dass Ärzte unnötig Untersuchungen verschreiben, könnte in gravierenden Fällen sogar ihr Gehalt gekürzt werden, lautet der Plan von Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin. Die Ministerin legte den Ärztegewerkschaften eine Liste von Untersuchungen vor, die als nicht notwendig gelten und daher nicht mehr kostenlos verschrieben werden könnten.
In Italiens stehen Einsparungen in Höhe von zehn Milliarden Euro dem Gesundheitssektor in den kommenden fünf Jahren bevor. Damit will die Regierung Renzi Ressourcen für die angekündigte Steuersenkung auftreiben. „Wir werden für mehr interne Effizienz sorgen und mit einer neuen Planung Einsparungen durchsetzen“, meinte die Ministerin. Auch an den Investitionen in Forschung und an den Ausgaben für neues Personal soll nicht gerüttelt werden.
Die Regierungspläne lösten bei den Ärzten heftigen Widerstand aus. Sie drohten mit einem landesweiten Protest gegen die Rationalisierungspläne der Regierung. Verhandlungen sind zwischen den Gewerkschaften und der Regierung im Gange, um den Streik abzuwenden.