Hamas fürchtet Flutung von Grenze des Gazastreifens zum Sinai

Gaza (APA/AFP) - Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat am Donnerstag Ägypten beschuldigt, mit tiefen Wassergräben die Bl...

Gaza (APA/AFP) - Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat am Donnerstag Ägypten beschuldigt, mit tiefen Wassergräben die Blockade des Gazastreifens zu verschärfen.

Der Hamas-Anführer Ismail Haniyeh sagte bei einer öffentlichen Ansprache in Khan Younis: „Warum legen sie rund um Rafah diese Gruben an und führen diese Wasserrohre dorthin? Wir fordern unsere ägyptischen Brüder auf, das Proekt zu stoppen.“

Wie aus der Grenzstadt Rafah zu beobachten ist, werden seit einigen Wochen entlang der Grenze zur Sinai-Halbinsel in großem Stil Gräben gezogen und Leitungen bis zum Mittelmeer verlegt. Die Palästinenser fürchten, dass eine Flutung der Gräben und damit auch der wenigen verbliebenen Tunnelbauten zwischen dem Gazastreifen und Ägypten die Isolierung der Enklave komplettieren wird. Alle anderen Grenzen und die Küste werden strikt von Israel überwacht.

Die islamistische Hamas, die den Gazastreifen seit acht Jahren kontrolliert, hatte mit der Absetzung der Regierung der Muslimbrüder im Nachbarland durch das Militär ihren wichtigsten Verbündeten verloren. Seitdem wurde in den vergangenen beiden Jahren entlang der zehn Kilometer langen Grenze eine rund tausend Meter breite Pufferzone eingerichtet.

Mehr als 3000 Familien mussten ihre Wohnungen verlassen, alle Gebäude wurden abgerissen und hunderte Tunnel zerstört. Die ägyptische Regierung verweigerte jede Stellungnahme zu den neuen Baumaßnahmen entlang der Grenze.