Tödliche Messerstiche 3 - Angeklagter bezichtigte Tatzeugen der Lüge
Wien (APA) - Obwohl alle am Donnerstag zu Gericht geladenen Tatzeugen aussagten, dass der 31-Jährige den Beschuldigten im Vorfeld weder atta...
Wien (APA) - Obwohl alle am Donnerstag zu Gericht geladenen Tatzeugen aussagten, dass der 31-Jährige den Beschuldigten im Vorfeld weder attackiert oder mit dem Tode bedroht hatte, blieb der 17-Jährige bei seiner Aussage, in Notwehr gehandelt zu haben. Vielmehr bezichtigte der Angeklagte die Zeugen der Lüge. Daraufhin vertagte Richter Norbert Gerstberger den Prozess für weitere Aussagen auf November.
Da sollen die Polizeibeamten, die den 17-Jährigen nach der Tat vernommen hatten, aussagen, sowie die Haftrichterin, die den jungen Mann dann in U-Haft nehmen ließ. Zudem soll Gerichtspsychiater Siegfried Schranz zu dem Gesundheitszustand Auskunft erteilen. Und es wird auch jener Dolmetscher als Zeuge befragt, der nicht nur beim heutigen Prozess die Fragen und Antworten in die Muttersprache Patschu übersetzte, sondern auch bei der Einvernahme durch die Richterin half. Da es nur einen einzigen Dolmetscher in ganz Österreich gibt, der diese Landessprache aus Afghanistan beherrscht, wird der Übersetzer auch weiterhin dem Prozess als Dolmetscher beiwohnen, nachdem sich alle Prozessbeteiligten dafür ausgesprochen haben. Zudem müssen die Eltern des Angeklagten den Pass den Jugendlichen herbeiholen, um das Alter von 17 Jahren zu bestätigten.
Alle Zeugen von Donnerstag, darunter Trainer des S, ein Sicherheitsmann sowie ein Kursteilnehmer, berichteten einstimmig, dass es zwar zu diesem Streit am Tag zuvor gekommen war, sich aber niemand gedacht hat, dass das Ganze so eskalieren könnte. Der 31-Jährige hätte nicht, so wie vom Angeklagten behauptet, Schläge und Drohungen ausgeteilt. Vielmehr berichteten die Zeugen, dass der 17-Jährige am Gang auf seinen Kontrahenten gewartet hatte.
„Plötzlich hörte ich einen Schrei. Das werde ich im Leben nicht mehr vergessen. Wie wenn sich jemand vom Leben verabschiedet“, sagte ein 32-jähriger AMS-Trainer. Und er sollte recht behalten, nachdem der 17-Jährige auf den Mann eingestochen hatte, kämpfte er etwa 40 Minuten um sein Leben, ehe er aufgrund der multiplen Stichverletzungen verstarb. „Ich hab noch auf ihn eingeredet, so wie man das von Filmen her kennt, dass ich seine Musikvideos kenne“, sagte der 32-Jährige.