US-Börsen zur Eröffnung auf Sinkflug

New York (APA) - Die US-Börsen sind am Donnerstag wegen der anhaltenden Verunsicherung um die Zinswende mit deutlichen Verlusten gestartet. ...

New York (APA) - Die US-Börsen sind am Donnerstag wegen der anhaltenden Verunsicherung um die Zinswende mit deutlichen Verlusten gestartet. Zudem lasteten die Verluste an den europäischen Börsen auf die Stimmung. Besonders die Autoaktien stehen nach dem Hochkochen des Abgas-Skandals bei VW unter Druck. Gegen 16.00 Uhr verlor der Dow Jones Industrial Index um 200,66 Einheiten oder 1,23 Prozent auf 16.079,23 Zähler.

Der S&P-500 Index fiel 20,44 Punkte oder 1,05 Prozent auf 1.918,32 Zähler. Der Nasdaq Composite Index sank 53,56 Punkte oder 1,13 Prozent auf 4.699,18 Einheiten.

Die Unsicherheit um die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) bleibt weiterhin bestehen. In der Vorwoche hatte die US-Notenbank die erwartete Zinswende aufgeschoben und auf eine Zinserhöhung verzichtet. Nun warten die Anleger laut Händlern auf eine Rede von Fed-Chefin Janet Yellen nach Börsenschluss in Massachusetts. Analyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda sagte, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinswende in diesem Jahr mittlerweile bei nur noch 35 Prozent einschätze. Wenn Yellen die Zinsen dennoch dieses Jahr anheben wolle, ohne zu starke Börsenschwankungen zu verursachen, müsse sie nun eine klare Aussage machen.

In den USA standen vor Börsenstart zunächst die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Diese gaben weniger stark als erwartet nach. Dagegen war die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe leicht von um 3.000 auf 267.000 gestiegen.

Branchenseitig sind die US-Autowerte erneut unter Druck geraten. Anleger befürchten, dass der Skandal um manipulierte Abgastests nicht nur Volkswagen sondern auch andere Autobauer betreffen könnte, sagten Börsianer. Die Aktien von General Motors (GM) und Ford gaben um jeweils annähernd 2 Prozent nach. Die Papiere von Fiat Chrysler sackten sogar um 4,24 Prozent ab.

Der US-Flugzeugbauer Boeing hatte am Mittwoch nach Börsenschluss einen Vertragsabschluss mit dem chinesischen Flugzeugbauer Comac während des Besuchs von Chinas Staatspräsident Xi Jinping und einen damit einhergehenden Großauftrag bestätigt. Boeing will in dem Werk in China Mittelstreckenjets der Modellreihe 737 ausstatten lassen. Bereits am Mittwoch hatten chinesische Staatsmedien berichtet, dass Boeing eine Endmontage in China aufbauen wolle und das Reich der Mitte 300 Flieger bei Boeing bestelle. Die Boeing-Aktien gaben um ein 2,64 Prozent nach.

Außerdem verloren die Aktien von KB Home um 3,03 Prozent. Der Immobilienbauer gab seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal bekannt. Zwar stieg der Umsatz zum Vorjahr um 43 Prozent auf 843,2 Mio. US-Dollar, der Nettogewinn ging jedoch deutlich zurück.

Im Tagesverlauf gibt Nike ebenfalls Geschäftszahlen zum ersten Quartal bekannt. Einer Reuters-Umfrage zufolge dürften Anleger einen Gewinn von 8,21 Mrd. US-Dollar vom Sportartikelhersteller erwarten. Zuletzt notierten die Nike-Titel bei minus 1,16 Prozent.

~ ISIN US2605661048 US6311011026 US78378X1072 ~ APA523 2015-09-24/16:10