Energiekunden künftig stärker eingebunden - als Teil der Lösung

Fuschl/Wien (APA) - In die immer komplexer werdenden Energiesysteme wird der Kunde künftig viel stärker eingebunden sein müssen, um auch Tei...

Fuschl/Wien (APA) - In die immer komplexer werdenden Energiesysteme wird der Kunde künftig viel stärker eingebunden sein müssen, um auch Teil der Lösung zu sein. Davon geht David Brewster von EnerNOC aus, einem an der Nasdaq gelisteten US-Softwarehaus.

Ein flexibles Zusammenspiel von Verbrauchern und verteilten Erzeugern ist essenziell für künftige Energiesysteme. Demand Response Management leiste zur Netzstabilität in vielen Energiemärkten weltweit erhebliche Wertbeiträge, so Brewster bei der Verbund-Tagung „energy 2050“ in Fuschl.

Die Nachfrageseite könne für die Erhaltung einer hohen Zuverlässigkeit bei geringen Kosten sorgen, erklärte Brewster am Donnerstagnachmittag. Er glaubt, dass die sich wandelnden Energiesysteme immer schwieriger zu managen sein werden.

Eine Herausforderung liege etwa darin, dass 10 bis 15 Prozent der Energienachfrage nur zu 1 Prozent des Jahres gebraucht würden, dazu müsse man die Angebotsseite nicht zu sehr aufblasen. Mit optimalen Softwarelösungen könnten sich Kapazitätsmärkte bzw. Stromunternehmen Milliarden ersparen. EnerNOC mit 1.200 Mitarbeitern und im Vorjahr 472 Mio. Dollar (383 Mio. Euro) Umsatz hat bisher in über 50 Märkten weltweit Energy Intelligence Software bereitgestellt.

Alle Branchen, auch der Energiesektor, müssten heute damit leben, dass mittlerweile auch Player aus anderen Bereichen in ihre Sphäre eindringen, meinte Anja Schneider von SAP Deutschland in Fuschl. Diese könnten Dinge oft schneller auf den Markt bringen als gedacht. Als jüngstes Beispiel nannte sie das ganz neue Musikangebot, das Aldi Nord und Aldi Süd - „vielleicht auch bald Hofer“ - mit Napster-Streaming-Technik zum Preis von 7,99 Euro monatlich in Konkurrenz zu Apple, Spotify & Co, und auch billiger als diese, anbieten.

Auch Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber hatte in Fuschl auf ganz neue Mitbewerber a la Google, Facebook und Tesla verwiesen, die in neue Märkte drängen. Und für die Versicherungen hatte erst vorige Woche UNIQA-Chef Andreas Brandstetter vor der Tür stehende „digitale“ Konkurrenten wie Google, Amazon oder die Automotives genannt, die alle vielleicht einmal Polizzen verkaufen wollten.

Das Thema „Cyber Security“ halte SAP für sehr wichtig, da man einerseits in der Cloud viel mehr Daten von anderen manage, aber auch vice versa mehr darauf zugegriffen werde, daher sei hier mehr in Sicherheit zu investieren. Mit „Big Brother“-Ängsten gehe man so um, dass man nicht alles für ethisch vertretbar halte. Cloud-Daten lägen entweder ausgelagert in einer Amazon-Cloud oder in einem der SAP-Rechenzentren in Europa, darunter drei in Deutschland, jeweils in geschützten Bereichen.

Als Softwarehaus mit 70.000 Mitarbeitern weltweit sei auch SAP mit dem Trend der Entkopplung der Anwendungen von den Oberflächen beteiligt. Auch Software für neue Devices müsse „kinderleicht“ zu bedienen seien, für Fünfjährige sei „Wischen“ auf Smartphones gängig. Doch nicht alle Entwicklungen seien praktikabel: So sei etwa die Idee eines E-Books auf einer Apple Watch zum Scheitern verurteilt gewesen, denn niemand wolle wirklich seine Hand zum Lesen lange waagrecht halten.

Für die Unternehmen stelle die beschleunigte Digitalisierung eine große Herausforderung dar, was interne Anpassungen betrifft. Da bis zum Jahr 2020 - laut Gartner-Prognose - „alles“ digital sein werde, von Applikationen über die Anwendungen bis hin zum Service, müssten Managementebene, Organisation und Technologien entsprechend angepasst werden, meinte Schneider, die bei SAP SE als Vice President den Bereich Sales Big Data & Enterprise Cloud leitet.

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