Papst prangerte in den USA die Obdachlosigkeit an

Washington (APA) - Papst Franziskus hat in den USA die Not von Obdachlosen angeprangert. „Wir können keine gesellschaftliche oder moralische...

Washington (APA) - Papst Franziskus hat in den USA die Not von Obdachlosen angeprangert. „Wir können keine gesellschaftliche oder moralische Rechtfertigung, überhaupt keine Rechtfertigung finden, um das Fehlen von Unterkünften hinzunehmen“, sagte er am Donnerstag laut Kathpress beim Treffen mit Obdachlosen in einem Caritas-Zentrum in der US-Hauptstadt Washington. Dies sei eine ungerechte Situation.

„Es wird uns gut tun, wenn wir alle uns diese Frage stellen: Warum sind diese unsere Brüder und Schwestern obdachlos? Warum haben diese unsere Brüder und Schwestern kein Zuhause?“, appellierte Franziskus am dritten Tag seiner USA-Reise.

Das Schicksal der Menschen ohne Dach über dem Kopf muss nach den Worten des Papstes stets an Jesus Christus selbst erinnern, der in einem Stall geboren worden sei. „Der Sohn Gottes kam als Obdachloser in diese Welt“, so Franziskus. Der Heilige Josef, an den er sich oft wende - „wenn ich ‚in der Klemme bin‘“ - habe sich womöglich ebenso gefragt, wie dies sein könne. Doch ihm habe der Glaube Kraft gegeben. Denn Gott erleide solche Ungerechtigkeit mit den Menschen. „Er lässt uns nicht allein.“ Der Glaube an Gott könne Licht in das Leben der Betroffenen tragen. Gott sei in jedem von ihnen gegenwärtig.

Jesus identifiziere sich mit jedem Opfer von Ungerechtigkeit und lade die Menschen zum Mitleid und zum Dienst füreinander auf. „Jesus klopft immer wieder an unsere Tür in den Gesichtern unserer Brüder und Schwestern“, so Franziskus.

Als eine der wirkungsvollsten Hilfen füreinander bezeichnete Franziskus das Gebet. Es verbinde die Menschen und mache sie zu Geschwistern ohne Unterschied von Armen und Reichen. „Beim Gebet gibt es nicht Menschen erster oder zweiter Klasse, da gibt es Brüderlichkeit.“

Zum Schluss der Begegnung betete der Papst mit den Anwesenden das Vaterunser. Anschließend fuhr er zu einem privaten Mittagessen in die Nuntiatur. Gegen 22 Uhr MEZ fliegt Franziskus von Washington weiter nach New York. Dort wollte er an diesem Freitag vor den Vereinten Nationen sprechen.