Carter: USA könnten in Syrien-Konflikt mit Russland zusammenarbeiten
Washington (APA/AFP) - US-Verteidigungsminister Ashton Carter schließt eine Kooperation der USA und Russlands im Syrien-Konflikt nicht aus. ...
Washington (APA/AFP) - US-Verteidigungsminister Ashton Carter schließt eine Kooperation der USA und Russlands im Syrien-Konflikt nicht aus. Wenn Russland eine politische Lösung suche und nicht „wahllos“ Gegner des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad bekämpfe, „können wir Bereiche der Zusammenarbeit finden“, sagte Carter am Donnerstag.
Wenn es aber darum gehe, „Öl ins Feuer des Bürgerkriegs in Syrien zu gießen“, sei dies „nicht produktiv“.
Die USA werfen Russland vor, seine Militärpräsenz in Syrien zu verstärken und damit Assads Position zu festigen. Nach US-Angaben schickte Moskau nach Panzern, Artillerie und Soldaten inzwischen auch Kampf- und Aufklärungsflugzeuge nach Syrien. Washington fürchtet vor allem, dass sich im syrischen Luftraum russische Flugzeuge und Flugzeuge der US-geführten Militärkoalition in die Quere kommen könnten. Die Koalition fliegt Angriffe gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). Russland hält diese für ineffizient und bemüht sich um eine erweiterte Koalition gegen den IS.
Wie am Donnerstag bekannt wurde, wollen sich US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin am Montag am Rande der UN-Generaldebatte in New York treffen. Nach Angaben des Kreml soll es bei dem Gespräch vor allem um den Syrien-Konflikt gehen. US-Verteidigungsminister Carter hatte sich vergangene Woche erstmals mit seinem russischen Kollegen Sergej Schoigu getroffen.
Russland ist ein enger Verbündeter Assads. Vor allem die westlichen Staaten fordern dagegen seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs, dass der Staatschef abgelöst wird. Allerdings zeichnet sich vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise eine Wende ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich nun erstmals für Gespräche mit Assad aus.
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Donnerstag in Paris auf die Frage nach möglichen Gesprächen mit Assad, diese Frage stelle sich derzeit nicht. Zunächst müssten die Kämpfe in der Region beendet werden. Dazu müsse es eine Annäherung der verschiedenen Positionen der Akteure in der Region geben.
Steinmeier beriet in Paris mit seinen Kollegen aus Frankreich und Großbritannien, Laurent Fabius und Philip Hammond, sowie mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini über den Syrien-Konflikt.
~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA684 2015-09-24/23:12