Gesellschaft

Von der Ochsenspitze zur Ochsenuniversität geradelt

„Piz-Buin-Botschafter“ Erwin Cimarolli traf diese Woche an der Ochsenuniversität in Padua ein.
© Farini

Anlässlich 150 Jahre Erstbesteigung des Piz Buin (Ochsenspitze) spannte Ischgls Altbürgermeister Cimarolli eine 452 Kilometer lange „Radbrücke“.

Von Helmut Wenzel

Ischgl, Montafon, Padua –Ausstellungen wie „Mythos Piz Buin“, Buchpräsentationen, Lesungen im Paznaun und Montafon sowie eine Promi-Bergtour heuer am 14. Juli: Zahlreiche Bergfreunde und Touristiker feierten die Pionierleistung vor 150 Jahren, als den Alpinisten Johann Jakob Weilenmann aus St. Gallen und Josef Anton Specht aus Wien die Erst­besteigung des Piz Buin (3312 m) gelang. Der Kultberg liegt im Montafon, gehört aber der Gemeinde Galtür.

Einen ungewöhnlichen Jubiläumsbeitrag hat kürzlich der Ischgler Altbürgermeister Erwin Cimarolli geleistet. Er radelte von der Wiesbadener Hütte in der Nähe des Piz Buin über 452 Kilometer nach Padua. „Ich wollte eine originelle Tour machen und habe die Leute immer wieder auf den Piz Buin angeredet“, verriet er. Vor allem bei den zahlreichen deutschen Radwanderern entlang der Via Claudia Augusta bis Trient habe der Berg einen hohen Bekanntheitsgrad.

Das Piz-Buin-Ölgemälde (1866) von Mathias Schmid stand im Mittelpunkt von Jubiläumsausstellungen.
© Wenzel

Von der körperlichen Anstrengung her war es nicht unbedingt die schweißtreibende Ochsentour – der Altbürgermeister strampelte mit dem E-Bike. Dennoch spielten Ochsen eine wichtige Rolle – etwa bei der Botschaft der Radtour „Von der Ochsenspitze zur Ochsenuni­versität“. Wobei Ochsenspitz­e die heute kaum verwendete Übersetzung für den romanischen Namen Piz Buin ist. Dass unweit der Ochsenspitze das hochalpine Ochsental nicht fehlen darf, versteht sich.

Die 1222 gegründete Ochsen­universität (benannt nach dem Ort der Entstehung beim Gasthaus „Zum Ochsen“) in Padua habe ihn schon immer interessiert. „Galileo Galilei hat hier ab 1592 Mathematik gelehrt“, weiß der „Piz-Buin-Botschafte­r“. In Gesprächen mit Studenten und Professoren habe er sich ein aktuelles Bild von der Universität machen können. „Andererseits konnte ich Interesse für den Piz Bui­n und für das Jubiläum der Erstbesteigung wecken“, erzählte er über Begegnungen am Zielort.

Mehrmals habe er die Geschichte der Erstbesteigung vom 14. Juli 1865 erzählen dürfen. „Die Bezwingung des Piz Buin ist damals beinahe unbemerkt geblieben“, schilderte der Kenner der Alpin­literatur. „Hingegen hat der dramatische Wettlauf am selben Tag zur Erst­besteigung des Matterhorn für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt. Weil beim Abstieg vier Männer in den Tod gestürzt sind.“