EZB-Chefökonom erwartet schwierige Rückkehr zu Zinsnormalität
Zürich/Ljubljana (APA/Reuters/dpa) - Aufgrund der langen Phase extrem niedriger Zinsen drohen Zentralbanken weltweit nach Einschätzung von E...
Zürich/Ljubljana (APA/Reuters/dpa) - Aufgrund der langen Phase extrem niedriger Zinsen drohen Zentralbanken weltweit nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet Probleme bei einer Normalisierung der Sätze. Wenn die Zinsschraube schließlich wieder angezogen werde, dürfte sich dies schwieriger gestalten als zuvor, sagte Praet am Donnerstag vor Teilnehmern einer Konferenz. Die Nullzinsphase dauere nun schon sehr lange.
„Die Wirtschaft könnte sich einfach zu sehr an diese Zahl gewöhnt haben.“ Zu lange an einer sehr lockeren Geldpolitik festzuhalten, berge deutliche Risiken. Die Eurozone sei weit von einer Zins-Normalisierung entfernt.
Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht zusätzlich zu extrem niedrigen Zinsen auch mit dem Ankauf von Staatsanleihen das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Sie will zudem die nach ihrer Sicht gefährlich niedrige Inflationsrate nach oben treiben. Das gesamte Programm soll bis mindestens September 2016 laufen. Unlängst deutete die EZB die Möglichkeit an, das Programm auszuweiten oder zu verlängern.
Die Bondkäufe erwiesen sich als grundsätzlich effektiv, um die Teuerungsrate auf die Zielmarke von knapp zwei Prozent zu heben, sagte Praet weiter. Das „Quantative Easing“ (QE) müsse aber noch genauer überprüft werden, um zu entscheiden, ob es auch weiterhin zu den Zentralbank-Instrumenten zählen soll.
Unterdessen lobte EZB-Ratsmitglied Bostjan Jazbec die Staatsanleihenkäufe als wirksames Mittel. Es gebe erste Zeichen für ein wieder anziehendes Kreditgeschäft, was eines der Hauptziele von QE gewesen sei, sagte der slowenische Notenbankchef. Deshalb sei die EZB noch weit davon entfernt, über andere Maßnahmen nachzudenken.
Die erst vor kurzem verschobene Zinswende der US-Notenbank Fed könnte nun im Dezember kommen. Die Chefin der Federal Reserve, Janet Yellen, gab dafür ein deutliches Signal. Yellen sagte am Donnerstag bei einer Vorlesung in Amherst (Massachusetts), eine Zinserhöhung später im Jahr sei angemessen. Voraussetzung: Der US-Arbeitsmarkt müsse sich weiter bessern und die Inflation sich auf eine Rate von 2 Prozent zubewegen.
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