Reifenhersteller Pirelli wehrt sich gegen Verschwörungs-Theorien
„Für einen Augenblick habe ich geglaubt, Pirelli hat uns andere Reifen gegeben“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vor einer Woche in Singapur. Der Reifenhersteller äußerte sich nun zu den Vorwürfen.
Suzuka – Verschwörungs-Theorien wegen der in Singapur so auffällig langsamen Mercedes-Autos haben Reifenhersteller Pirelli zu einer ausführlichen Erklärung und Klarstellung veranlasst. Lewis Hamilton und Nico Rosberg waren dort in ihren sonst so dominierenden Silberpfeilen um bis zu eineinhalb Sekunden langsamer gewesen. Selbst Motorsportchef Toto Wolff hatte damals kurz Zweifel gehabt.
„Für einen Augenblick habe ich geglaubt, Pirelli hat uns andere Reifen gegeben“, sagte der Österreicher angesichts des Einbruchs in Singapur. Prompt waren Gerüchte aufgekommen, Mercedes habe in Singapur nicht die gleichen Reifen bekommen wie die Konkurrenz, um die Vorherrschaft der Deutschen etwas einzudämmen. Das Rennen gewann jedenfalls Sebastian Vettel im Ferrari. Hamilton schied aus, Rosberg wurde Vierter. Eine nachvollziehbare Erklärung dafür gibt es bis dato nicht.
Pirelli erklärte jedenfalls nun, wie es zur Verteilung der Reifen in der Formel 1 kommt. Rund 1.700 Reifen werden pro Grand Prix im Werk im türkischen Izmit gefertigt. Jeder Reifen wird mit einem Barcode versehen, so etwas wie der „Reisepass“ mit allen Information zu dem jeweiligen Reifen.
Danach werden die Pneus von Pirelli im englischen Didcot nach einem Zufallsprinzip in Viererpacks (zwei Vorder-, zwei Hinterreifen) zusammengepackt. Eine Liste davon geht wiederum an den Internationalen Automobilverband (FIA), der die Reifensätze den Teams zuordnet. „Welche Reifen welches Team bekommt oder wann sie benutzt werden, ist Job der FIA, sobald die Reifen einmal die Fabrik verlassen haben“, betonte Pirellis Motorsport-Direktor Paul Hembery. (APA)
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