VW-Dieselskandal - Internationale Pressestimmen
London/Mailand/Amsterdam (APA/dpa) - Zum VW-Dieselskandal schreiben am Donnerstag die internationalen Zeitungen:...
London/Mailand/Amsterdam (APA/dpa) - Zum VW-Dieselskandal schreiben am Donnerstag die internationalen Zeitungen:
„Times“ (London):
„Der International Council on Clean Transportation (ICCT) (Internationaler Rat für sauberen Verkehr) will in der kommenden Woche weitere Beweise für gefälschte Testergebnisse veröffentlichen, diesmal über Treibstoff-Verbrauch. Schnelles Handeln ist erforderlich. Es ist verständlich, wenn Regierungen ein Gleichgewicht zwischen Begrenzung der Luftverschmutzung und Verständnis für Autobauer suchen. Doch der VW-Skandal lehrt, dass einige Regierungen dies nur vortäuschen. Man muss zu dem Schluss kommen, dass Automobilhersteller Testergebnisse fälschen konnten und dabei kaum befürchten mussten, von ihren Kontrolleuren ertappt zu werden.“
„Corriere della Sera“ (Mailand):
„Was bei Volkswagen geschieht, zwingt uns in Europa zum Nachdenken. Die instinktive erste Reaktion bei vielen wird erst mal spöttisch sein: Sieh‘ an, auch der Klassenprimus mogelt. Wir denken schnell daran, wie oft in der Europäischen Union, besonders im Sturm der Wirtschaftskrise, Vertreter der deutschen Politik und Industrie hervorgehoben haben, wie wichtig es sei, die Regeln einzuhalten. (...) Die Bestandteile sind da für eine Form moralischer Genugtuung, die man mit einem typisch deutschen Wort beschreibt, Schadenfreude, der Freude am Missgeschick der anderen. Aber sind wir uns so sicher, dass es nur die anderen trifft? Die von der Krise geschwächte europäische Wirtschaft erholt sich viel langsamer als erhofft. Der Automarkt ist unter denen, bei denen es besser lief. Der plötzliche Tiefschlag bei einem seiner Protagonisten kann ihn verlangsamen. Die Exporte sind für die EU ein entscheidender Faktor: Die Betrugsanklage in den Vereinigten Staaten trifft eine Symbolfirma und könnte Auswirkungen auf andere europäische Unternehmen haben.“
„De Telegraaf“ (Amsterdam):
„Es geht hier um Stickoxide. Der langfristige Ausstoß dieser Schadstoffe ist sehr schlecht für Umwelt und Gesundheit. Es gibt eine klare Verbindung zum Krebserkrankungen. Deshalb gibt ist eine Gesetzgebung, die einen niedrigen Ausstoß vorschreibt. Doch selbst das strengste Gesetz ist wirkungslos, wenn betrogen wird. Natürlich ist Volkswagen nun der große Sündenbock. Es ist absolut gerechtfertigt, wenn Spitzenleute des Unternehmens auf die Straße gesetzt werden. Für die hintergangenen Autokäufer muss es weltweit Entschädigungen geben. Doch danach liegt die große Aufgabe bei den Institutionen, die die Kontrolle ausüben sollen. Es war offenbar recht einfach, die Kontrolleure mit Hilfe einer Software hinters Licht zu führen. Die Messungen müssen besser werden. Der Verbraucher muss sich auf wasserdichte Kontrollen verlassen können. Letztlich hängt sein Leben mit davon ab.“
~ ISIN DE0007664039 WEB http://www.volkswagenag.com ~ APA121 2015-09-25/10:03
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