Tirol

Auch Stift Stams nimmt Flüchtlinge auf

© Agnes Dorn

In Stams stehen mehrere neue Quartiere bereit – auch im Stift. Im Milser Widum ist diese Woche eine Flüchtlingsfamilie eingezogen.

Von Agnes Dorn und

Matthias Reichle

Stams, Mils –Derzeit sind im Bezirk Imst rund 250 Flüchtlinge untergebracht: in Imst, Oetz, Umhausen, Sautens, Mötz und Roppen. In wenigen Wochen werden nun auch in Stams bis zu zwanzig Asylwerber in vier Wohnungen einziehen, berichtete Bürgermeister Franz Gallop bei einer Infoveranstaltung. Neben privaten Vermietern, die drei Unterkünfte in Thannrain und Schöneck zur Verfügung stellen, hält nun auch das Stift Stams eine knapp 80 Quadratmeter große Wohnung frei.

„Die Bleiben werden als so genannte Selbstversorgerhäuser geführt werden“, erklärte Gallop – was bedeutet, dass sich die Asylwerber von 200 Euro pro Erwachsenem und 130 Euro pro Kind den Lebensunterhalt selbst finanzieren müssen. Die Betriebskosten und die Miete übernimmt die Soziale Dienste GmbH.

Dass die Stamser die Flüchtlinge dabei jedoch nicht allein lassen werden, wurde bei der Veranstaltung mehr als deutlich: Ob Mitfahrgelegenheiten für Kindergartenkinder, gelegentliche Bereitstellung des Dorftaxis für Einkauf und Behördengänge oder mehrere Angebote für ehrenamtlichen Deutschunterricht – die Flüchtlinge, die nach Stams kommen, werden mit großer Bereitschaft zur Unterstützung erwartet.

Koordinator für die vielen ehrenamtlichen Angebote wird ein Flüchtlingsbetreuer aus Telfs sein, der auch die umliegenden Gemeinden unterstützt. Wie Helmuth Schöpf von den Tiroler Sozialen Diensten erklärt, wird meist in jeder Gemeinde ein Ehrenamtlicher als Koordinator im Ort eingesetzt. Einen solchen zu finden, wird in einem Dorf wie Stams ein Leichtes sein, fasste auch Bürgermeister Gallop die Veranstaltung mit einem positiven Statement zusammen: „Die meisten sind da, weil sie helfen wollen, und wir werden gemeinsam ein tolles Netzwerk aufbauen.“

Viel Hilfsbereitschaft zeichnet sich auch in Mils ab. Dort ist diesen Donnerstag eine Flüchtlingsfamilie in den ersten Stock des Widums eingezogen, das sich im Besitz der Pfarre befindet. „Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenrat haben sich einhellig dafür ausgesprochen“, erklärte Bürgermeister Markus Moser gestern auf Anfrage der TT. „Es ist natürlich nicht so, dass jeder so euphorisch ist“ – für ihn sei es aber ein Zeichen der Solidarität. „Es sollte kein Problem sein, als Gemeinde mit 500 Einwohnern eine Familie aufzunehmen.“ Auch dass nächstes Jahr Gemeinderatswahlen sind, dürfe da kein Hindernis darstellen.

Die neuen Bewohner des Widums stammen anders als erwartet nicht aus Syrien, sondern aus dem Irak, informiert Moser. Es ist eine Familie mit drei Kindern – sechzehn Monate, sechseinhalb und acht Jahre alt. Die beiden „Großen“ werden in Mils die Volksschule besuchen, die dadurch zweiklassig geführt werden kann. Der erste Wunsch der erschöpften irakischen Flüchtlinge war „schlafen“, berichtet der Dorfchef. Man werde ihnen so gut es geht bei der Integration in die Gemeinde behilflich sein.