Flüchtlinge - Mehr als 8.000 Ankünfte in Ungarn am Donnerstag
Budapest (APA) - In Ungarn treffen jeden Tag weiterhin tausende Flüchtlinge ein. Am Donnerstag gab es laut Polizei am Donnerstag mehr als 8....
Budapest (APA) - In Ungarn treffen jeden Tag weiterhin tausende Flüchtlinge ein. Am Donnerstag gab es laut Polizei am Donnerstag mehr als 8.000 Ankünfte, die meisten davon aus Kroatien. Eine Rekordzahl war am Mittwoch mit insgesamt 10.046 neu angekommenen Flüchtlingen verzeichnet worden.
Seit der Abriegelung der ungarischen Grenze zu Serbien am 15. September mit einem Grenzzaun kommen die Schutzsuchenden hauptsächlich über Kroatien ins Land. Von der Grenze reisen sie größtenteils in Richtung Österreich weiter.
Laut Regierungssprecher Zoltan Kovacs sei der Bau des neuen Grenzzauns an der kroatischen Grenze bald abgeschlossen, während an der slowenischen Grenze ein Drahthindernis ausgelegt sei. Kovacs betonte, Ungarn wollen seine Grenzen nicht schließen, sondern diese schützen, zitierte ihn die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Freitag. Die Regierung in Budapest sei sich im Klaren, dass der Zaun hinsichtlich des Umgangs mit der Massenmigration nicht die Lösung bedeute, doch ein Mittel zur Einbremsung der illegalen Einwanderung sei. Auch das Schengen-Abkommen würde festhalten, dass die EU-Mitgliedsländer alle Mittel zum Schutz ihrer Grenzen einsetzen können.
Neue Zahlen zeigen indes den restriktiven Umgang Ungarns mit dem Recht auf Asyl. Die Zahl der in Ungarn seit Jänner gestellten Asylanträge beträgt 174.660, wobei weniger als 100 Antragsteller bisher den Flüchtlingsstatus erhielten, weitere rund 300 das sogenannte internationale Schutzrecht, informierte das Amt für Einwanderung und Staatsbürgerschaft. 2.000 Asylansuchen wurden abgelehnt.
Ein großer Teil der Asylverfahren in Ungarn wird eingestellt. Heuer traf das auf rund 75.000 Verfahren zu. Rund 85 Prozent davon wurden eingestellt, weil die Antragsteller im Verlauf des Verfahrens Ungarn verließen. Weitere Verfahren wurden den Angaben nach eingestellt, weil nicht eindeutig festgestellt werden konnte, ob dem Antragsteller internationaler Schutz zusteht.
In Österreich erhalten Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien - der größten Flüchtlingsgruppe derzeit - meistens binnen kurzer Zeit ein Aufenthaltsrecht zugesprochen.