New York startet mit einem Hochseilakt in sein 53. Filmfestival
New York (APA/dpa) - Das 53. New Yorker Film Festival öffnet morgen, Samstag, mit einem nervenaufreibenden Moment in der Geschichte der Stad...
New York (APA/dpa) - Das 53. New Yorker Film Festival öffnet morgen, Samstag, mit einem nervenaufreibenden Moment in der Geschichte der Stadt. Joseph Gordon-Levitt spielt in Robert Zemeckis‘ 3D-Blockbuster „The Walk“ den französischen Hochseilartisten Philippe Petit, der 1974 todesmutig auf einem Drahtseil zwischen den zwei Türmen des World Trade Centers in New York balancierte.
Mit Spannung erwartet wird auch das Hauptstück des Festivals, „Steve Jobs“, ein Biopic über den 2011 verstorbenen Apple-Co-Gründer, das am 12. November in den österreichischen Kinos startet. Michael Fassbender spielt Jobs und Seth Rogen den Apple-Mitgründer Steve Wozniak. Aaron Sorkin, auch bekannt für „The Social Network“ über den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, hat das Drehbuch für „Steve Jobs“ geschrieben, Danny Boyle („Slumdog Millionär“) führte Regie.
Kurzfristig wurde auch Ridley Scotts Drama „Der Marsianer“ (Kinostart am 9. Oktober) zu dem Festival im Lincoln Center, das bis zum 11. Oktober dauert, hinzugefügt. Der visuell spektakuläre 3D-Film mit Matt Damon handelt von einem Astronauten, der nach einem Sandsturm allein auf dem Mars feststeckt, während die NASA-Spitze (Jeff Daniels, Chiwetel Ejiofor) versucht, ihn zu retten.
„Wir haben keine bestimmten Kriterien oder Trends, nach denen wir Filme auswählen. Es geht um Emotionen und darum, ob ein Film uns bewegt“, sagte Festivaldirektor Kent Jones der dpa. „Wir wollen nur gute Filme repräsentieren.“ Gewinner oder Preise gibt es beim New Yorker Filmfestival nicht, aber in der Branche gilt es als Ehre, für die streng kuratierte Kategorie „Hauptfilm“ ausgewählt zu werden. Im vergangenen Jahr war „Birdman“ der Hauptfilm - und gewann ein paar Monate später den Oscar als bester Film.
Dem steht u.a. eine Avantgarde-Sektion gegenüber, in deren Rahmen der Kurzfilm „The Exquisite Corpus“ des österreichischen Experimentalfilmers Peter Tscherkassky seine US-Premiere feiert. Und im offiziellen Kurzfilmprogramm ist Filmakademie-Wien-Student Rafael Haider mit „Esel“ (auf Englisch: „Carry on“) vertreten.
Ein neuer Trend der Filmindustrie ist „Transmedia“, bei dem Künstler die Grenzen des traditionellen Filmemachens austesten. Sie versuchen, technologische und digitale Innovationen in neue Wegen der Erzählkunst umzusetzen. „Im Moment bekommt virtuelle Realität viel Aufmerksamkeit in der Filmindustrie“, sagt Matt Bolish vom Festival. „Wir freuen uns, dass wir eine Plattform haben, um Leuten Projekte zu zeigen, in denen Zuschauer Teil der Geschichte werden.“
(S E R V I C E - www.filmlinc.org/nyff2015/)