Flüchtlinge - Zehntausende Teilnehmer bei Demo am 3. Oktober erwartet
Wien (APA) - Die „Plattform für eine menschliche Asylpolitik“, die die Großdemonstration am 3. Oktober in Wien veranstaltet, erwartet mehrer...
Wien (APA) - Die „Plattform für eine menschliche Asylpolitik“, die die Großdemonstration am 3. Oktober in Wien veranstaltet, erwartet mehrere Zehntausend Teilnehmer. Die Demo startet um 13 Uhr am Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof und führt dann über die Mariahilfer Straße und den Ring zum Parlament. Im Anschluss findet ein Solidaritätskonzert am Heldenplatz statt.
„Das, was wir derzeit von der österreichischen Bundesregierung erleben, ist eine wahre Kriegserklärung an die Flüchtlinge“, begründete Plattformsprecherin Karin Wilflingseder bei einer Pressekonferenz am Freitag den Protest. Mit der Bewegung wolle man nicht nur temporären Druck auf die Regierung ausüben, sondern eine nachhaltige Verbesserung erreichen. Die Veranstalter fordern eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen, legale Fluchtwege und den Rücktritt von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Die erst kürzlich gegründete Plattform ist ein Zusammenschluss von rund 120 NGOs, Flüchtlingsinitiativen und politischen Organisationen.
Der Termin eine Woche vor der Wien-Wahl am 11. Oktober sei bewusst gewählt worden, sagte Wilflingseder. „Wir wollen mit diesem Termin auch einen Effekt bei den Wiener Wahlen haben und die Stimmung prägen.“ Auf Facebook haben bereits über 40.000 Menschen zugesagt.
Michael Genner von Asyl in Not kritisierte das Vorgehen der Regierung in der Asylpolitik. „Die große Bewegung der vergangenen Wochen hat für einen Augenblick lang die Regierung zum Nachdenken gezwungen. Wir werden nicht akzeptieren, dass jetzt das Gegenteil von dem passiert, was wir gefordert haben.“
„Flucht hat Gründe, sie ist kein Verbrechen. Flucht ist ein Menschenrecht“, betonte Erich Fenninger von der Volkshilfe, die das „Voices for Refugees“-Konzert organisiert. Das Konzert findet bei freiem Eintritt ab 16.30 Uhr am Heldenplatz statt. Der Heldenplatz sei einerseits ein Symbol des Bösen, aber durch das Lichtermeer vor 22 Jahren auch ein Symbol des Widerstands, so Fenninger. Den teilnehmenden Künstlern gehe es darum, eine politische Botschaft für ein menschliches, solidarisches Europa abzusenden. Neben österreichischen Musikern wie Conchita Wurst, Soap & Skin und Bilderbuch nehmen auch Konstantin Wecker, Zucchero und die Toten Hosen teil.