Bildung als starker Hebel für die regionale Entwicklung
Mit richtungsweisenden Projekten sei der Bezirk Lienz auf einem guten Weg in die Zukunft, so der Tenor bei der Eröffnung der Osttirol Messe.
Von Claudia Funder
Lienz –Die Osttirol Messe zählt als Ausstellungs- und Verkaufsplattform von Firmen und Institutionen zum herbstlichen Event-Reigen des Bezirks. Gestern wurde in Lienz die 30. Auflage eröffnet. Aussteller zeigen bis Sonntag ein breites Spektrum an Produkten und Leistungen.
„Ich bin stolz auf den Bezirk“, erklärte die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik in ihrer Ansprache. In intensiver Zusammenarbeit habe der Planungsverband 36 mit zukunftsweisenden Projekten einen wichtigen Prozess in Gang gesetzt. Als Beispiel nannte sie den Breitbandausbau. „Bildung ist ein wesentlicher Hebel für die regionale Entwicklung“, strich Blanik die guten Ausbildungsstätten und das angepeilte Mechatronik-Bachelor-Studium hervor. Wichtige Initiativen in punkto Mobilität seien etwa mit den Regiobussen und dem Mobilitätszentrum auf Schiene gebracht. „Unvorhergesehenes wird auch vor unseren Türen nicht Halt machen, wir leben in Zeiten des Umbruchs und der Veränderung. Aber ich nehme Aufbruchsstimmung und Innovationskraft im Bezirk wahr.“ Und sie schloss mit den Worten: „Die tibetischen Mönche sagen, es werden in den Alpen goldene Städte entstehen. Lienz hat beste Voraussetzungen, eine goldene Stadt zu werden.“
Wirtschaftskammer-Obmann Michael Aichner blickte auf die vergangenen 30 Jahre zurück. Die Bevölkerungszahl in Osttirol sei etwa gleich hoch wie 1986, aber dem einst jungen Bezirk drohe eine Überalterung. Obwohl die Zahl der Beschäftigten um 40 Prozent stieg, liege die Arbeitslosenzahl unverändert erheblich über dem Landesschnitt. „Ich bin überzeugt, dass der Prozess ‚Vordenken für Osttirol‘ der Schlüssel zur Bewältigung aktueller und künftiger Herausforderungen ist“, so Aichner. Erfolg versprechende Initiativen rechtfertigen einen optimistischen Blick nach vorn. „Entscheidend ist, dass wir uns nicht selbst im Wege stehen.“
Über die schwierige Lage der Bauern, auch in Osttirol, sprach Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger. „Regionalität muss noch mehr in den Fokus rücken. Jeder, der Regionalität lebt, ist Nutznießer und Unterstützer zugleich.“
Landesrat Johannes Tratter eröffnete die Messe. „Veranstaltungen wie diese sind ein Gegenpol zum Online-Handel. Sich Produkte vor Ort anzusehen, ist nicht ersetzbar.“ Er lobte die Initiativkraft im Bezirk und die Arbeit des Planungsverbandes 36, der tirolweit „an der Top-Spitze liegt mit dem, was er bewegt“. Und als Gemeindereferent war ihm noch wichtig, anzumerken: „Auch was hier in Sachen Alten- und Pflegeheime passiert, ist beispielgebend.“