24 Hektar Bauland werden nicht genutzt
Der Baulandüberschuss ist in Mayrhofen so groß, dass keine weiteren Widmungen nötig wären. Das Problem ist die tatsächliche Verfügbarkeit.
Von Angela Dähling
Mayrhofen –Die vielen Touristen suchen Unterhaltung am Abend, die Einheimischen Ruhe: Mayrhofen wandele da auf einem schmalen Grat, sagte Bauausschussobmann Hans Gasser bei der kürzlich stattgefundenen Gemeindeversammlung im Europahaus. Thema war die Fortschreibung des örtlichen Raumordnungskonzeptes, dessen erste Auflage derzeit aufliegt.
Um Interessenkonflikte zu vermeiden, sollen Wohngebiete künftig in den Mayrhofner Randlagen wie den Ortsteilen Durst und Dorf Haus sowie den Weilern (Hollenzen etc.) wachsen. Tourismus, Dienstleistung und Handel hätten im Zentrum Vorrang. Intensives Handwerk wolle man nach außen lagern. Eine Freihaltfläche ist für eine zweite Penkenbahn in Bahnhofsnähe vorgesehen. „Raumordnung und Widmungen sind die schwierigsten Aufgaben im Gemeinderat, weil man in Hab und Gut eingreift, das einem nicht gehört“, meinte Gasser und betonte: „Gleichberechtigung ist da nie möglich, dann würde alles gleich ausschauen. Laut Gesetz hat zudem kein Bürger ein Recht auf Widmung.“
Raumplaner Erich Ortner prognostizierte einen Einwohnerzuwachs um 387 auf 4245 Bürger und 120 Haushalte in den nächsten zehn Jahren. Darauf sei der Flächenzuwachs im Raumordnungskonzept ausgerichtet. In Gewerbegebieten wird der Bau von Wohnungen nicht mehr erlaubt und großflächige Wohnraumwidmungen werden nicht mehr möglich sein. Zur Wohnraumbeschaffung werde die Gemeinde das Instrument der Vertragsraumordnung anwenden.
„Eigentlich bräuchten wir gar nichts mehr widmen“ meinte Ortner mit dem Verweis auf einen bereits gewidmeten Baulandüberschuss von 24 Hektar. 15 davon betreffen Wohngebietsbereiche, sieben Landwirtschaft, zwei Industrie und Gewerbe. Das Problem sei die tatsächliche Verfügbarkeit.
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