Deutschlandweite Großrazzia wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche
Frankfurt (APA/AFP) - Bei einer deutschlandweiten Großrazzia sind Steuerfahnder dem Verdacht auf Steuerhinterziehung in dreistelliger Millio...
Frankfurt (APA/AFP) - Bei einer deutschlandweiten Großrazzia sind Steuerfahnder dem Verdacht auf Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe und Geldwäsche nachgegangen. Mit Unterstützung von Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) durchsuchten sie bereits am Mittwoch Wohnungen und Geschäftsräume von insgesamt elf Beschuldigten, wie die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Freitag mitteilte.
Hintergrund sind demnach Wertpapiergeschäfte, bei denen Steuern hinterzogen worden sein sollen.
Die betroffene Bank ist nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ die Maple-Bank, ein Tochterunternehmen einer kanadischen Bank. Dem Bericht zufolge sollen die Beschuldigten Steuern in Höhe von 450 Mio. Euro hinterzogen haben, womit es sich um den bisher größten bekannten Einzelfall einer Reihe von Ermittlungen um sogenannte Cum-/Ex-Bankgeschäfte handle. Die Maple-Bank wollte sich auf Anfrage nicht zu Details der Ermittlungen äußern. Das Unternehmen habe die Durchsuchungsmaßnahmen aber „umfassend unterstützt und den Ermittlungsbehörden ihre weitere Kooperationsbereitschaft zugesichert“, erklärte eine Rechtsanwältin des Kreditinstituts.
Die meisten der insgesamt 30 durchsuchten Wohnungen und Geschäftsräume verschiedener Unternehmen lagen in Hessen. Zudem gab es Durchsuchungen in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt elf Beschuldigte zwischen 44 und 70 Jahren.
Gegen neun Beschuldigte wird laut Generalstaatsanwaltschaft wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung ermittelt. Ihnen wird demnach zur Last gelegt, von 2006 bis 2010 als Verantwortliche der Bank Aktiengeschäfte um den sogenannten Dividendenstichtag mit einem Investitionsvolumen von mehreren Milliarden Euro getätigt zu haben. Dabei sollen sie Steuerabzugsbeträge selbst bescheinigt und aufgrund dieser falschen Bescheinigungen die entsprechenden Abzugsbeträge von den Finanzämtern ausbezahlt bekommen haben. Der mutmaßlich entstandene Steuerschaden soll sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen.
Gegen acht Beschuldigte wird wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Ihnen wird vorgeworfen, die zu Unrecht erstatteten Steuerabzugsbeträge gezielt weitergeleitet und verteilt zu haben. Einzelne Beschuldigte sollen auch für sich selbst Geld aus den Geschäften abgezwackt haben.