APA Medien News: Formel 1-Rechte, ORF-Personalia, Regionalmedien
Wien (APA) - xxx...
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Formel 1-Rechte: Österreichs Filmverbände sprechen sich für einen Ausstieg des ORF aus der Formel 1 aus. Film Austria und der Verband österreichischer Filmproduzenten (AAFP) forderten in einer Aussendung „Investition in österreichisches Programm anstatt in teure Übertragungsrechte“. Die Übertragung der Formel 1 koste den ORF jährlich mehr als 15 Millionen Euro - bei stark sinkenden Quoten. Nur sechs Prozent dieser Kosten könnten durch Werbung wieder verdient werden, kritisierten die Filmverbände. „Auf diese teuren Übertragungsrechte zu verzichten, ist in Anbetracht der ohnehin angespannten finanziellen Situation des ORF und nach Maßgabe der Erfüllung des Informations- und Kulturauftrags jedenfalls zu begrüßen - und längst überfällig“, sagte Film Austria-Generalsekretär Alfred Noll. „Damit scheint die ORF-Geschäftsführung endlich eine Richtungsentscheidung getroffen zu haben, auf öffentlich-rechtliche Inhalte zu setzen und wieder vermehrt österreichische Filme, Serien und Dokus zu produzieren“, zeigte sich Noll zuversichtlich. ORF-Finanzdirektor Richard Grasl sprach sich zuletzt für einen Ausstieg aus der Formel 1 aus, eine endgültige Entscheidung hat die ORF-Geschäftsführung allerdings noch nicht getroffen. Für 2016 fordern die Filmschaffenden vom ORF 100 Millionen für österreichische Programmproduktionen.
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ORF-Personalia: Nach dem Abschied von Angelika Simma wird Claudia Lahnsteiner neuer Büroleiterin von ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner. Lahnsteiner startete ihre ORF-Laufbahn als Assistenz in der Landesdirektion des ORF-Landesstudios Oberösterreich und der Öffentlichkeitsarbeit der ORF-Generaldirektion in Wien, wechselte danach wieder als Redakteurin ins Landesstudio Oberösterreich zurück und war ab 2001 Reporterin bei Ö3. Anfang 2015 wechselte sie ins Büro Zechners, wo sie nun die Nachfolge von Simma antritt, die neue Kommunikationschefin der Caritas Österreich wird. Die Fernsehdirektorin dankte Simma für die langjährige Zusammenarbeit: „Besondere Menschen gehen besondere Wege. Angelika Simma ist so ein besonderer Mensch. Ich bin dankbar, dass wir einen Teil des Weges gemeinsam gegangen sind. Auch wenn der ORF und ich persönlich eine wertvolle und eine der kompetentesten Mitarbeiterinnen ihres Bereichs verliert, überwiegt die Freude, dass Angelika Simmas soziale und fachliche Kompetenzen auch von anderen Menschen und wichtigen Institutionen wahrgenommen werden. Dass sich daraus eine neue Herausforderung für sie ergibt, ist eine logische, wenn auch für uns schmerzliche Konsequenz.“
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ORF-Qualität: „Das Qualitätsmanagement des ORF ist die Benchmark für Europa in diesem Bereich“, erklärte Markus Schächter, Sachverständiger für das ORF-Qualitätssicherungssystem und ehemaliger ZDF-Intendant, bei der jüngsten Sitzung des ORF-Stiftungsrats. „Kein anderer Sender hat so ein dichtes Qualitätssicherungsnetz über seine Programme gespannt, um die Erfüllung des sehr dichten Katalogs an rechtlichen Vorgaben für Programmqualität und Vielfalt an seine Programme zu messen und zu dokumentieren.“ Schächters Befund für das Jahr 2014 fiel positiv aus: „Aus Publikumssicht ist anzumerken, dass der ORF einer der Sender mit der stärksten Publikumsidentifizierung in Europa ist, und sich das Publikum deshalb eine weitere Stärkung des Österreichbezugs und der Regionalität wünscht, sowie einen Ausbau des Online-Angebots, für das ja sehr enge gesetzliche Schranken bestehen.“
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Regionalmedien: Die Regionalmedien Austria (RMA) bündeln Gesundheits-Angebot mit dem Online-Portal gesund.at sowie dem Magazin „Hausarzt“. Ab 2016 soll es in der zur Styria Media Group und der Tiroler Moser Holding gehörenden RMA ein eigenes „Geschäftsfeld Gesundheit“ geben, teilte das Medienunternehmen in einer Aussendung mit. „Mit gesund.at und dem ‚Hausarzt‘ verstärken wir unser Know-how im Gesundheitsbereich und intensivieren damit unsere Gesundheitsinformation“, so die RMA-Vorstände Stefan Lassnig und Georg Doppelhofer. Laut Styria-Vorstandschef Markus Mair wolle man den „aufstrebenden Gesundheitsbereich gemeinsam in der RMA weiterentwickeln“.
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„Servus Krone“: Eine Win-Win-Situation nennt „Krone“- und Mediaprint-Geschäftsführer Gerhard Riedler das gemeinsam mit Servus TV produzierte TV-Magazin „Servus Krone“. Man habe dadurch nicht nur mehr Reichweite gewonnen und lukriere Fernseh-Know-how für die Mitarbeiter, auch die Landesredaktionen hätten dadurch einen Motivationsschub erfahren. Allerdings: die Marktanteile passen der Mediaprint noch nicht. „Die Sendung hat noch nicht die Marktanteile, die wir gerne hätten“, sagte Riedler diese Woche bei den Medientagen. Grundsätzlich habe man allerdings durch Krone.tv und die Einbindung von regionalen und Sport-Inhalten die Videoabrufe auf Krone.at auf mehr als zwei Millionen pro Monat gesteigert und so auch alle anderen Parameter verbessern können. „Finanziell umsetzen können wir das allerdings noch nicht“, berichtete Riedler. Zwei Millionen Abrufe monatlich brächten - bei großem finanziellen Aufwand der Produktion - nur rund 50.000 Euro. „Das sind gerade einmal eineinhalb Seiten ‚Kronen Zeitung‘.“ Solange es daher keine Paid-Content-Schranke gebe, rechne er damit, dass sich Medienunternehmen auch weiterhin klassisch über Werbung finanzieren werden.
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„Standard“-Kommentar: Die Tageszeitung „Der Standard“ hat einen seiner Gastkommentare zurückgezogen. Hintergrund: Der Gastautor und Lehrergewerkschafter Eckehard Quin hatte offenbar erhebliche Teile seines Kommentars einfach von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ abgeschrieben. „In eigener Sache“ berichtete „Der Standard“ am Freitag auf seiner „Kommentar der Anderen“-Seite: „Die Redaktion wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der am 23.9. an dieser Stelle erschienene Gastkommentar von Eckehard Quin (‚Flüchtlinge: Willkommen in Österreich!‘) den im Text zitierten Beitrag von Michael Martens in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (‚Es gilt das Grundgesetz‘, 14.9.) nicht nur als Anregung genommen hat, sondern Teile davon wortwörtlich übernommen wurden. Herr Quin hat sich dafür beim Autor entschuldigt, Herr Martens die Entschuldigung angenommen.“