Wenn alle Rädchen ineinandergreifen
14 Teams des Fußball-Unterhauses sind heuer noch unbesiegt. Westligist WSG Wattens hat als einziger Verein noch keinen Punkt abgegeben.
Von Thomas Mair
Innsbruck –Bis auf Westligist Wattens (zehn Spiele) gibt es keine einzige Mannschaft im Tiroler Amateur-Fußball, die nach acht Runden eine blütenweiße Weste aufweist. Am nähesten kommen Bezirksligist Kramsach, Münster (1. Ost), Waidring (2. Ost) und Absam II (2. Zillertal), die nur ein einziges Unentschieden als Makel ansehen müssen.
Kramsach-Betreuer Thomas Kopp musste lange nachdenken, um sich an eine ähnliche Serie in seiner langjährigen Trainertätigkeit zu erinnern: „Aber ich habe sicher schon so eine gehabt.“ Dennoch ist sie eine Rarität, umso mehr genießt er die aktuelle Situation, in der alle Rädchen ineinandergreifen: großes Potenzial im Kader, hohe Trainingsbeteiligung und keine Verletzungen oder Sperren. Im Schnitt stehen 19 Spieler bei den Übungseinheiten auf dem Platz. „Ich kann gewisse Spielformen und taktisches Verhalten trainieren, was bei geringerer Beteiligung nicht möglich wäre“, erklärt Kopp, der auch den Spaßfaktor nicht zu kurz kommen lässt. Richtig lustig sollte es aber am Saisonende werden, wenn der Aufstieg in die Gebietsliga feststünde.
Als ehemalige Fußball-Hochburg strebt auch St. Johann in der Gebietsliga Ost den Wiederaufstieg an. Saisonübergreifend ist die Elf um den verletzten Ex-Profi Peter Grander (OP nach schwerem Knorpelschaden im Knie) nämlich schon 16 Spiele ungeschlagen. Dennoch sind die St. Johanner nach fünf Siegen und drei Remis „nur“ Zweiter hinter Westendorf, das bereits ein Spiel verloren hat. „Die Serie kann sich sehen lassen, aber wir dürfen nicht in Euphorie verfallen“, hält Trainer Albert Trixl den Ball flach. Die Gegner sind gegen St. Johann besonders motiviert, zudem plagen den Tabellenzweiten zahlreiche Ausfälle (Grander, Troger, Hager). „Umso höher ist die aktuelle Erfolgsserie einzuschätzen“, lobt Trixl seinen Kader, der auf 14 Spieler zusammengeschrumpft ist.
Vorneweg marschiert auch Münster in der 1. Klasse Ost. „Momentan sind wir stark genug, jeden Gegner in der Liga zu schlagen“, strotzt Trainer Zarko Juric vor Selbstvertrauen. Als Schlüssel zum Erfolg sieht er den Zusammenhalt im gesamten Verein. Die tolle Nachwuchsarbeit trage nun endlich Früchte und soll im Aufstieg münden.
Neben den bereits erwähnten Teams weisen auch Axams (Landesliga West), Oetz, Rietz, Arlberg (alle Bezirksliga West), Imst II (1. West), Uderns (2. Zillertal), St. Leonhard und Pitztal II (beide 2. West) noch keine Niederlage auf.