Kraftwerk in Jerzens symbolisch in Betrieb gesetzt
Jerzens – Seit Inbetriebnahme im Sommer hat das Wasserkraftwerk Jerzens bereits 8,5 Gigawattstunden Strom erzeugt. In nur einer Stunde deckt...
Jerzens –Seit Inbetriebnahme im Sommer hat das Wasserkraftwerk Jerzens bereits 8,5 Gigawattstunden Strom erzeugt. In nur einer Stunde deckt die Anlage den Jahresbedarf eines durchschnittlichen Haushalts an elektrischer Energie, rechnete Geschäftsführer Gerd Wechselberger gestern im Rahmen der offiziellen Einweihungsfeier vor.
2007 hatte der Jerzner Tüftler und bekennende Wasserkraft-Fan die Idee, ein Kleinstkraftwerk am Brunnen hinter seinem Haus zu bauen. Dabei blieb es jedoch nicht.
Aus dem Gedankenblitz entfachte sich schnell ein Feuer. Nach zahlreichen Rückschlägen – auch in der Bauphase – konnte heuer etwas sehr viel Größeres ans Netz angeschlossen werden.
In einer symbolischen Zeremonie setzten Vertreter der Politik und der Eigentümer gestern die Turbinen an der Pitztaler Pitze in Gang. Rund 14 Millionen Euro und noch sehr viel mehr Hirnschmalz stecken in der Anlage, die aus drei Hauptteilen besteht: der Wasserfassung im Jerzner Weiler Ritzenried, einer 3500 Meter langen Druckrohrleitung und einem Krafthaus in Schönlarch.
In wasserreichen Zeiten arbeiten die Turbinen 4000 Liter pro Sekunde ab, so Wechselberger. Das sind knapp 30 Badewannen voll. Mit der Jahreserzeugung – rund 17 Gigawattstunden – können ca. 4500 Haushalte versorgt werden. Von einem Werk für Jahrzehnte sprach Bürgermeister Karl Raich. Seine Gemeinde ist – neben Investor Horst Androschin (36 Prozent) und Wechselberger selbst (16 Prozent) – mit 24 Prozent am Projekt beteiligt.
Auch die Stadtwerke Imst, die ebenfalls 24 Prozent halten, gratulierten in Person von Geschäftsführer Thomas Huber und Bürgermeister Stefan Weirather. (mr)