Zürcher Börse schließt mit sehr fest
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit deutlich höheren Kursen aus der Sitzung gegangen. Nach einem bereits fes...
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit deutlich höheren Kursen aus der Sitzung gegangen. Nach einem bereits festen Start zogen die Kurse im Tagesverlauf weiter an, wobei vor allem die beiden Pharmaschwergewichte den Gesamtmarkt mit nach oben zogen. Das Plus vor dem Wochenende machte allerdings die Verluste im vorherigen Wochenverlauf bei weitem nicht wett.
Geprägt wurde das Börsengeschehen zum Wochenschluss von Aussagen der Fed-Chefin Janet Yellen, welche explizit wie kaum zuvor darauf hingewiesen hat, dass eine Zinserhöhung noch im laufenden Jahr angebracht erscheine.
Weltweit gesehen sei der Beitrag der Notenbanken zum Wirtschaftswachstum und zum Aufschwung der Märkte seit Beginn der Finanzmarktkrise sehr groß gewesen, hieß es in diesem Zusammenhang in Marktkreisen. Die jüngsten Marktverwerfungen hätten bei den Investoren nun aber Zweifel hinsichtlich der positiven Wirkung der Geldschwemme der Notenbanken auf die Aktienmärkte aufkommen lassen. Die Börsenstimmung dürfte deshalb auch in den kommenden Wochen brüchig bleiben.
Der Swiss Market Index (SMI) gewann am Freitag 2,75 Prozent auf 8505,94 Punkte; im Wochenvergleich ergab sich dennoch ein Minus von 2,7 Prozent. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) zog um 2,38 Prozent auf 1246,59 Punkte an und der Swiss Performance Index (SPI) um 2,52 Prozent auf 8681,18 Punkte. Von den Blue Chips schlossen bis auf Transocean und Aryzta alle höher.
Aryzta standen zum Schluss mit einem auffälligen Minus von 6,1 Prozent mit Abstand am Ende der Tabelle. Der Backwarenkonzern hatte am Vorabend angekündigt, seinen Anteil am irischen Agrarunternehmen Origin von 29 Prozent verkaufen zu wollen. Die Platzierung bei institutionellen Investoren ist mittlerweile erfolgt und hat Aryzta Mittel von 228,6 Millionen Euro eingebracht, was den Aktien aber keinen Schub verliehen hat. Am Morgen hatten die Aryzta-Aktien vorerst klar zugelegt, wobei sich die Kommentatoren grundsätzlich eher positiv zur geplanten Transaktion äußerten. Kritisiert wurde allerdings der Zeitpunkt der Transaktion, eine Haltung, welche im weiteren Kursverlauf Niederschlag fand. Am Montag legt Aryzta die Zahlen zum Geschäftsjahr 2014/15 vor.
Transocean (-3,7 Prozent) als zweiter Verlierer wurden von einem Bericht über eine mögliche Verwicklung in eine Korruptionsaffäre in Brasilien belastet. Der Ölbohr-Servicekonzern wurde in einem Medienbericht im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um den brasilianischen Staatskonzern Petrobras genannt. Transocean selber sieht gemäß einer Stellungnahme allerdings keine eigenen Verfehlungen.
Ansonsten legten aber alle SMI/SLI-Aktien zu, wobei vor allem die Kursanstiege der beiden Pharmaschwergewichte Novartis (+3,3 Prozent) und Roche (+2,7 Prozent) ins Gewicht fielen. Diese erholten sich damit etwas von den Verlusten vom Vortag und vor allem vom massiven Kursrutsch am Dienstag, als eine Bemerkung von US-Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton über die Pläne zur Bekämpfung der überhöhten Medikamentenpreise in den USA die Titel schwer belastete. Beide Aktien wurden zusätzlich von am Freitag ausgesprochenen positiven Empfehlungen des vorberatenden Ausschusses der europäischen Gesundheitsbehörde etwas gestützt.
Stark präsentierten sich auch Richemont (+3,6 Prozent), während Swatch (+1,9 Prozent) zwar ebenfalls kräftig anzogen, damit aber lediglich im Mittelfeld landeten. Die Analysten des französischen Bankhauses Natixis empfohlen sowohl Richemont als auch Swatch zum Kauf. Berenberg bekräftigte zudem in einer Branchenstudie Richemont als „Top Pick“, als ihren Favorit im Sektor.
Gefragt waren auch die Bankaktien, von denen UBS (+3,8 Prozent) als absoluter Tagessieger gemeinsam mit Julius Bär (+3,4 Prozent) noch besser abschnitten als Credit Suisse (+2,5 Prozent). Mit Blick auf den Steuerstreit mit Frankreich hat das Bundesverwaltungsgericht geurteilt, dass die Schweiz Frankreich nicht aufgrund gestohlener UBS-Daten Amtshilfe hätte leisten dürfen.
~ ISIN CH0009980894 ~ APA530 2015-09-25/18:25