Flüchtlinge - Ministerium: Bisher nur ein Terrorismus-Verdachtsfall
Wien (APA) - Der frühere Staatsschutz-Chef Gert Polli hat gegenüber der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Krone“ behauptet, dass sich unter d...
Wien (APA) - Der frühere Staatsschutz-Chef Gert Polli hat gegenüber der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Krone“ behauptet, dass sich unter den nach Europa kommenden Flüchtlingen „dutzende IS-Kämpfer“ befänden. Das Innenministerium dementiert: „Wir können das nicht bestätigen“, so Ministeriumssprecher Alexander Marakovits am Freitagabend zur APA. Bisher sei diesbezüglich in Österreich nur ein Fall bekannt.
Die nach Europa kommenden Flüchtlinge dürften keinesfalls „unter Generalverdacht gestellt werden“, warnte Marakovits. Die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich Terroristen auf diese Weise nach Österreich einreisten, sei gering. „Klar ist, dass die derzeitige Situation eine ernste Herausforderung darstellt“, betonte der Sprecher. Die Darstellung Pollis bezeichnete er aber als „Horrorszenario“.
„Natürlich ist uns bekannt, dass es Personen geben könnte, die die Situation ausnutzen und sich als Flüchtlinge ausgeben könnten“, so Marakovits. Auch gebe es immer wieder „Hinweise“, diese würden sich aber eben nur selten bestätigen. Die Mehrheit der Menschen fliehe vor genau jenen Menschen, nämlich Kämpfern der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). Die Wahrscheinlichkeit, dass diese von anderen Schutzsuchenden erkannt würden, wenn sich jene als Flüchtlinge ausgäben, schätzte der Ministeriumssprecher als „relativ hoch“ ein.