Flüchtlinge - Tausende bei Lichtermeer für die Menschlichkeit in Linz
Linz (APA) - 5.000 Teilnehmer haben laut dem Veranstalter-Bündnis „Linz gegen Rechts“ Freitagabend an der Kundgebung „Lichter für die Mensch...
Linz (APA) - 5.000 Teilnehmer haben laut dem Veranstalter-Bündnis „Linz gegen Rechts“ Freitagabend an der Kundgebung „Lichter für die Menschlichkeit“ teilgenommen. Die Polizei zählte nur 1.300 Besucher, bescheinigte diesen aber besonders friedlich gewesen zu sein. Politikerreden gab es keine, dennoch marschierten die Spitzenkandidaten von SPÖ und Grünen, Reinhold Entholzer und Rudi Anschober, mit.
„Fluchtursachen bekämpfen und nicht Flüchtlinge“, stand auf dem Transparent, das vor den Teilnehmern hergetragen wurde. „Sichere Grenzen = tote Menschen“, war auf Schildern zu lesen. „Say it loud, say it clear, refugees are welcome here“, skandierten die Besucher auf ihrem Marsch vom Volksgarten bis zum Ars Electronica Center, „Strache vertreiben, Flüchtlinge bleiben“, „Orban, Orban, keine Mauern, Bleiberecht und auf Dauer“. Viele waren mit professionellen Fackeln ausgerüstet, andere mit selbst gebastelten oder mit Laternen, organisierte Gruppen waren ebenso dabei wie Eltern mit kleinen Kindern.
Die Veranstalter haben für ihre Kundgebung den traditionell am stärksten für Wahlkampf-Abschlüsse genutzten Freitag vor dem Urnengang gewählt: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war zum Wahlkampffinale der oberösterreichischen Freiheitlichen ins Bierzelt am Urfahraner Jahrmarkt gekommen - die Polizei verhinderte, dass die Besucher der beiden Veranstaltungen einander zu nahe kamen.
Die SPÖ hatte ihre große Wahlabschlussveranstaltung auf dem Linzer Hauptplatz abgesagt, weil man es als unangemessen empfunden habe, parallel zu einer Solidaritätskundgebung für Flüchtlinge ein großes Wahlkampfspektakel zu feiern. Spitzenkandidat Reinhold Entholzer war daher bei den Welser Genossen und deren „Fest für alle“ zu Gast, anschließend nahm er an der Kundgebung in Linz teil.
Der Wahlkampf sei vom Thema Kriegsflüchtlinge bestimmt gewesen, sagte Entholzer im Gespräch mit der APA. „Das soll keine Parteiveranstaltung sein, da soll die Menschlichkeit im Vordergrund stehen. Ich bin als einer von vielen Oberösterreichern da“, ebenso wie andere prominente Vertreter der SPÖ, etwa Klubobmann Christian Makor oder die zweite Landtagspräsidentin Gerda Weichsler-Hauer.
Auch Entholzers Grünes Pendant Rudi Anschober - ebenfalls samt etlichen Parteikollegen - nahm an dem Marsch teil. Er wolle ein Zeichen setzen wie alle, „die Richtung Menschlichkeit wollen, die keine Spaltung des Landes wollen, keine Hetze“, sagte Anschober. Man solle in einer Situation, „die sehr ernst ist für Österreich“, signalisieren: „Jetzt müssen wir etwas tun.“
Im Anschluss an die Demo wurde in der Tabakfabrik beim Festival „Alle Farben für Menschenrechte und Frieden“ gefeiert, wo u.a. der DJ Dr. Motte, bekannt als Gründer der Berliner Loveparade, für Unterhaltung sorgte. Die Blauen feierten indes in der Großdisco A1 eine „Blaue Nacht“ - mit Trachtengaudi, Blue Welcome Shots und der Präsentation des HC-Strache-Raps.