Flüchtlinge - Vucic dementiert Menschen Richtung Ungarn zu schicken
Budapest/Zagreb (APA) - Serbiens Premier Aleksandar Vucic hat Anschuldigungen zurückgewiesen, Flüchtlinge wieder gezielt an die ungarische G...
Budapest/Zagreb (APA) - Serbiens Premier Aleksandar Vucic hat Anschuldigungen zurückgewiesen, Flüchtlinge wieder gezielt an die ungarische Grenze zu schicken.“Wir haben keinen Korridor Richtung Ungarn geöffnet“, zitierte die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Freitagabend Aussagen Vucic im kroatischen Staatsfernsehen. Die Menschen würden in Presevo und Belgrad ankommen und selbst entscheiden, welchen Weg sie nehmen.
Vucic reagierte damit auf Aussagen des kroatischen Innenministers Ranko Ostojic. Dieser hatte am späten Nachmittag erklärt, die Grenzübergänge Bajakovo und Tovarnik wieder für Autos mit serbischen Kennzeichnen zu öffnen. Grund, sei der Umstand, dass Serbien nun wieder Flüchtlinge an den Grenzübergang Horgos bei Ungarn schicke und der damit verbundene „geringere Druck“ an der kroatischen Grenze, argumentierte Ostojic im kroatischen Staatsfernsehen.
„Die Route hat sich geändert“, betonte Ostojic nach Angaben der kroatischen Nachrichtenagentur HINA. Die neue Route führe wieder über den ungarisch-serbischen Grenzübergang Horgos/Röszke fügte er hinzu. Bereits rund 300 Flüchtlinge hätten diesen am Freitag überquert.
Sollte Ungarn tatsächlich den Grenzübergang in Röszke wieder geöffnet haben, wäre dies überraschend. Erst vor knapp zwei Wochen hatte das Land seine Südgrenze zu Serbien de facto für Flüchtlinge dicht gemacht. Schutzsuchende können in speziellen „Transitzonen“ zwar weiterhin um Asyl ansuchen, allerdings nur, wenn sie nicht über Serbien und Mazedonien eingereist sind, weil Ungarn diese als „sichere Drittländer“ sieht. Auf illegalen Grenzübertritt stehen seither zudem bis zu fünf Jahre Haft, die grüne Grenze hat Ungarn mit einem Eisenzaun abgeriegelt.
Dennoch erlaubte Ungarn zuletzt Tausenden Flüchtlingen täglich die Einreisen über die kroatische Grenze. Für diese ist Ungarn jedoch lediglich Transitland auf dem Weg nach Österreich und weiter nach Deutschland.