Thailand

Polizei soll Bombenleger von Bangkok festgenommen haben

Der Erawan-Schrein in Bangkok, Schauplatz des bisher schwersten Anschlags in Thailands Geschichte.
© Reuters

Am Samstag will die Polizei in Bangkok das Attentat vom 17. August nachstellen. Zwei Männer aus dem Ausland wurden festgenommen, einer der beiden soll laut den Ermittlern auch der Täter sein.

Bangkok – Rund eineinhalb Monate nach dem schweren Bombenanschlag in Bangkok hat die thailändische Polizei bestätigt, dass es sich bei einem der beiden festgenommenen Ausländer um den mutmaßlichen Täter handelt.

Weitere Auswertungen der Aufnahmen von einer Überwachungskamera, Aussagen von Augenzeugen und sein eigenes Geständnis hätten bestätigt, dass der Festgenommene tatsächlich der Mann im gelben T-Shirt sei, der laut den Aufzeichnungen kurz vor dem Anschlag einen Rucksack am Erawan-Schrein deponiert habe, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri am Samstag.

Zuletzt hatten die Behörden noch erklärt, es sei wenig wahrscheinlich, dass einer der beiden festgenommenen Ausländer der Täter sei. Bei dem Anschlag auf den Erawan-Schrein waren am 17. August zwanzig Menschen getötet und 120 weitere verletzt worden. Die meisten der Opfer kamen aus China. Das Motiv für die Tat ist bis heute unklar, doch im September hatten die thailändischen Behörden erstmals von einer möglichen Verbindung mit der muslimischen Minderheit der Uiguren in China gesprochen.

Die Polizei gab den Namen des Festgenommenen an, seine Nationalität nannte sie nicht. Der Name sei aber türkisch. Er muss sich laut dem Polizeisprecher nun unter anderem wegen Mordes verantworten. Sein Anwalt Chuchart Kanphai sagte der Nachrichtenagentur AFP, er glaube nicht an ein Geständnis seines Mandanten. Dieser sei erst vier Tage nach dem Anschlag nach Thailand eingereist. Der Anwalt beklagte, dass er seit einigen Tagen keinen Zugang mehr zu seinem Mandanten habe.

Dutzende thailändische und ausländische Medienvertreter warteten unterdessen am Erawan-Schrein, wo der Verdächtige entsprechend dem regulären Ermittlungsverfahren die ihm vorgeworfene Tat nachstellen soll.

Insgesamt hatte ein thailändisches Gericht Haftbefehle für 17 weitere Verdächtige ausgestellt. (APA/AFP/dpa)