Flüchtlinge - UNO-Beauftragter verschiebt Australienreise
Canberra (APA/dpa) - Ein UNO-Beauftragter hat im Streit um einen Besuch der umstrittenen australischen Migrantenlager eine Australienreise k...
Canberra (APA/dpa) - Ein UNO-Beauftragter hat im Streit um einen Besuch der umstrittenen australischen Migrantenlager eine Australienreise kurzfristig verschoben. Die Regierung in Canberra habe nicht voll kooperiert, erklärte Francois Crepeau, UNO-Sonderberichterstatter für die Menschenrechte von Migranten, am Samstag.
Ein Sprecher des Einwanderungsministeriums sagte der Zeitung „Sydney Morning Herald“ (Samstagsausgabe), die Regierung habe getan, was sie konnte. Crepeau wollte während seiner zweiwöchigen Reise Informationen aus erster Hand über die Lager der Asylbewerber in Australien und über die Internierungslager in Nauru und Papua-Neuguinea bekommen. Australien wird international kritisiert, weil es Migranten, die mit Flüchtlingsbooten kommen, nicht ins Land lässt. Es bezahlt bitterarme Nachbarländer dafür, sie in Internierungslagern einzusperren.
Ein neues Gesetz bestraft Menschen, die „geschützte“ - unter Verschluss gehaltene - Informationen über die Lager preisgeben, mit bis zu zwei Jahren Haft. Crepeau wollte eine Ausnahmeregelung - und bekam diese nicht. Das sei „inakzeptabel“, da er so nicht arbeiten könne, erklärte er. Auch habe die Regierung bei der Planung der Besuche nicht kooperiert. Der Ministeriumssprecher betonte, Australien könne die Besuche gar nicht organisieren, das sei Sache der Länder, wo die Lager seien.