Erste Liga

Aus dem Schatten ins Licht: Ein "Telfer Bua" überraschte alle

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Michael Augustin rettete dem FC Wacker am Freitagabend gegen den FAC einen Punkt. Auf der Rechnung hatte den 19-Jährigen kaum jemand.

Von Tobias Waidhofer

Innsbruck –Michael wer? Viele Wacker-Fans rieben sich nach dem 1:1 gegen FAC die Augen. Schließlich hatte dem FC Wacker gerade ein 19-Jähriger Telfer namens Michael Augustin mit seinem Ausgleichstreffer einen Punkt gegen das Tabellen-Schlusslicht FAC gesichert.

Auch am Tag danach schwebte Augustin gestern noch auf Wolke sieben, allerdings, ohne die nötige Bodenhaftung zu verlieren. „Dass es bei meinem Debüt so klappt, hätte ich mir nie gedacht“, beginnt der ehemalige U17-Teamspieler. „Ich hätte mir nicht erwartet, dass der Trainer mich reinhaut.“

Doch Klaus Schmidt hatte den Aufschwung des 19-Jährigen schon in den vergangenen Trainingswochen registriert: „Zu Beginn ist der Gustl durch ein Wellental gegangen. In den letzten Wochen hat er sich im Training aber stabilisiert“, erzählt Schmidt, der mit der Einwechslung ein glückliches Trainerhändchen bewies. „Es war dann eine Bauchentscheidung zwischen Krismer und Augustin, wen ich bringe.“ Es war die richtige Entscheidung.

Nach einem feinen Pass von Andi Hölzl „chippte“ Augustin den Ball im Stile eines ganz Großen über den grätschenden Verteidiger und versenkte das Leder im Netz. Die Aktion war technisch so gut, dass ihm der Sky-Kommentator ungläubig „Glück“ attestierte. „Das wollte ich aber so“, beschreibt Augustin seinen Treffer.

Der Oberländer, der beim SV Telfs und in der Tiroler Akademie ausgebildet wurde und schon mit 16 Jahren für die Wacker-Amateure in der Westliga aufgelaufen war, hofft jetzt auf noch mehr Einsätze bei den Profis. „Ich glaub’, ich hab’ mich ein bisschen herzeigen können“, grinst der Fan von Dortmunds Marco Reus. Wenn die zahlreichen Verletzten und Gesperrten (Säumel, Micic, Riemann ...) zurückkommen, wird es aber schwer für den Youngster: „Das weiß ich. Aber ich sehe mich persönlich sowieso eher noch als Westliga-Spieler.“ Und in der Mannschaft von Thomas Grumser ist er definitiv ein Fixpunkt.

Für Trainer Klaus Schmidt war das Remis „ein bisschen schmeichelhaft für den FAC. In der zweiten Halbzeit haben wir schon wesentlich mehr Druck gemacht.“ Aber das Motto lautet: „Mund abputzen und weiter geht’s“ – schließlich wartet schon am Freitag der LASK im Spitzenspiel. Dabei hofft der Steirer auf die Rückkehr von Innenverteidiger Christian Deutschmann und freut sich auf eine „normale Trainingswoche, in der wir endlich einmal wieder kein Spiel haben“.

Die Spieler sollen sich erholen – wie der zuletzt angeschlagene Christoph Freitag, der schon am Freitagabend gegen den FAC auf die Zähne gebissen hatte.

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