ECC-Kongress - Gefäßwandzellen im Blut zur Krebsprognose

Wien (APA) - Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsleiden. Bei fortgeschrittener Erkrankung wird zunehmend versucht, den Tumor schon vor d...

Wien (APA) - Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsleiden. Bei fortgeschrittener Erkrankung wird zunehmend versucht, den Tumor schon vor der Operation durch Medikamente zum Schrumpfen zu bringen. Wiener Wissenschafter haben einen Prognosefaktor für spätere Rückfälle bei solchen Patienten entdeckt, stellten sie beim Europäischen Krebskongress (bis 29. September) in Wien dar.

Patrick Starlinger von der Universitätsklinik für Chirurgie (MedUni Wien/AKH) und die Co-Autoren schrieben in ihrer Zusammenfassung: „Obwohl die neoadjuvante Chemotherapie (medikamentöse Therapie vor der Operation; Anm.) die Behandlungsresultate bei Patienten mit Dickdarmkarzinom und Metastasen deutlich gebessert hat, erleben viele von ihnen Rückfälle.“

In Blut zirkulierende Endothelzellen - also Zellen, welche die Blutgefäße innen auskleiden - könnten einer Hypothese zufolge möglicherweise aussagekräftig für den Effekt der Therapie vor der Operation sein. Die Wiener Wissenschafter untersuchten das im Zeitraum rund um den chirurgischen Eingriff bei 44 Patienten mit metastasiertem Dickdarmkarzinom (Lebermetastasen), welche eine solche medikamentöse Behandlung erhalten hatten.

Dazu wurde die Zahl der Endothelzellen in Blutproben einen Tag vor sowie am ersten und am dritten Tag nach dem chirurgischen Eingriff auf der Basis ihrer Oberflächenmerkmale bestimmt. Dann wurde der weitere Krankheitsverlauf beobachtet.

Hoch signifikant war, dass bei Patienten mit mehr Endothelzellen im Blut zum Zeitpunkt der Operation später viel häufiger ein Rückfall auftrat. Erhöhte Werte konnten demnach in 89 Prozent der Fälle solche Komplikationen vorhersagen. Damit könnten solche Tests in Zukunft helfen, Risikopatienten zu identifizieren.