UN-Generalversammlung - Ban: Flüchtlingskrise nur über Syrien lösbar

New York/Wien (APA) - Die aktuelle Flüchtlingsproblematik kann nur über eine Beendigung des Syrien-Konflikts gelöst werden. Diese Ansicht ve...

New York/Wien (APA) - Die aktuelle Flüchtlingsproblematik kann nur über eine Beendigung des Syrien-Konflikts gelöst werden. Diese Ansicht vertrat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Samstagabend (Ortszeit) bei einem Gespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Fischer lud Ban zum nächsten Neujahrskonzert in Wien ein. Der Generalsekretär sagte sein Kommen zu.

Ban drückte bei dem Gespräch auch die Hoffnung aus, dass es beim aktuellen Gipfeltreffen in den nächsten Tagen bezüglich des Syrien-Kriegs auch zu einer gewissen Annäherung zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem russischem Amtskollegen Wladimir Putin kommen könnte. Russland unterstützt den syrischen Machthaber, die USA gaben trotz ihrer Opposition zu Assad zuletzt zu erkennen, dass seine Einbindung in einen Friedensprozess und zur Bekämpfung der Jihadisten-Miliz „Islamischen Staats“ (IS) denkbar wäre.

Eine solche hatte in den vergangenen Wochen auch Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) mehrmals gefordert. Allerdings sehen dies regional wichtige Player wie beispielsweise Saudi-Arabien anders. Am Samstag traf Kurz in New York auch seinen libanesischen Amtskollegen Gebran Bassil, der ihm die Ausmaße der Flüchtlingskrise in dem Nahost-Staat vor Augen führte. Der Libanon hat bereits mehr als eine Million Flüchtlinge aufgenommen, das ist rund ein Drittel der eigenen Bevölkerung.

Eine Lanze für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen in den USA brach indes der Chef des auf Geldtransfers spezialisierte Finanzkonzerns Western Union. Der bisherige Beitrag der USA sei einfach „lächerlich“, formulierte Hikmet Ersek, Österreicher mit türkischen Wurzeln, bei einem Treffen mit Kurz. Die USA waren zuletzt von mehreren Seiten aufgefordert worden, in der Flüchtlingskrise mehr zu tun. Präsident Barack Obama hatte jüngst erklärt, sein Land wolle mindestens 10.000 Syrer im kommenden Jahr aufnehmen. Außenminister John Kerry zeigte aber die Bereitschaft, diese Zahl in den nächsten Jahren zu erhöhen.

Ersek ist ein ehemaliger österreichischer Basketball-Profi mit türkischen Wurzeln, der an der Wirtschaftsuniversität Wien studierte. Der Manager trat Western Union 1999 bei. Zuvor arbeitete er als leitender Angestellter bei GE Capital und in Wien bei Europay/Mastercard. Die Western Union Company gehört zu den führenden Unternehmen für den weltweiten Zahlungsverkehr.

2014 wurden weltweit rund 255 Millionen Transaktionen zwischen Privatpersonen durchgeführt und damit 85 Milliarden US-Dollar transferiert. Zudem wurden 484 Millionen geschäftliche Transaktionen veranlasst. Western Union ist auch unter den Flüchtlingen beliebt, daher lässt sich anhand der Transaktionen auch die Entwicklung von Migrationsströmen nachvollziehen, wie bei dem Gespräch zwischen Kurz und Ersek am Samstag erörtert wurde.

~ WEB http://www.un.org/en/ga/ ~ APA019 2015-09-27/05:45