Eagles Of Death Metal: „Das Leben ist zu kurz für Bullshit“

Wien (APA) - Josh Homme und Jesse Hughes müssen lustige Tage beim Aufnehmen des neuen, am Freitag erscheinenden Albums der Eagles Of Death M...

Wien (APA) - Josh Homme und Jesse Hughes müssen lustige Tage beim Aufnehmen des neuen, am Freitag erscheinenden Albums der Eagles Of Death Metal (EODM) verbracht haben: „Wenn uns nach Eis war, haben wir Eis gegessen. Wenn wir in den Pool springen wollten, gingen wir eben schwimmen“, sagte Hughes im Interview mit der APA. „Das Leben ist zu kurz, um sich zu lange mit Bullshit abzugeben“, ergänzte Homme.

Hughes, ein Freak mit extrem konservativen Ansichten, der sich „The Devil“ nennt, auf der Bühne den Kasperl macht, US-Präsident Barack Obama in Interviews beschimpfte und sich vehement für das Tragen von Waffen ausspricht, und Homme, sonst Mastermind hinter der Band Queens Of The Stone Age, bilden ein wahrhaft eigenwilliges Duo. „Spaß zu haben ist für mich ein Job, der mich voll vereinnahmt“, lachte Hughes, munter drauflos plappernd, während sein Gegenüber Homme, ein Freund seit Highschool-Tagen, meist die ernsthafteren Antworten gab - meist...

Man amüsierte sich also prächtig, als man die Lieder zum neuen EODM-Album „Zipper Down“ (Universal) anfertigte. Was herauskam, kam heraus - ohne Kalkül: „Wenn wir eine Platte aufnehmen, dann genießen wir einfach diesen Prozess, anstelle uns groß den Kopf zu zerbrechen, was wir tun sollen. Wir lassen uns vom Moment tragen“, betonte Homme. „Ich mache mir ja grundsätzlich keine Gedanken, ob ich oder meine Musik irgendwo hineinpassen.“

So sind auch unterschiedlichste Genres im EODM-Sound verschmolzen. „Ich bin froh, dass ich so viel verschiedene Musik mag. Je mehr, desto besser“, grinste Hughes unter einem buschigen Schnauzer. „Wir wollen wachsen, nicht unbedingt härter werden, aber größer. GRÖSSER!“, beschrieb er die Entwicklung der Band. „Genau“, bestätigte Homme. „Wenn es ums Albummachen geht, dann wollen wir bloß die Musik machen, die uns gefällt. Die Business-Leute hätten es halt gerne, dass man seinem Stil treu bleibt. Das lässt sich leichter vermarkten, das verstehe ich. Aber das mache ich prinzipiell nicht.“

Obwohl das Duo durchaus zugab, manchmal doch unsicher zu sein, ob man es nicht übertreibe. „Am Ende des Tages soll eine spannende Balance rauskommen“, sinnierte Homme. „Wir nehmen gerne Risiken auf uns. Manchmal haben wir aber ein bisschen Angst vor der einen oder anderen Idee. Aber das ist es wert. Entweder man wächst oder man stirbt. Warum zu viel nachdenken?“

Dass es alte Fans ein wenig verstört, dass EODM mittlerweile nicht mehr ein Nebenprojekt für Insider sind und auch noch „GRÖSSER!“ werden wollen, können die beiden nicht nachvollziehen. „Es ist ok, Spaß zu haben!“, ereiferte sich Hughes. „Es gibt Leute, die sind der Meinung, man darf kein Clash-T-Shirt tragen, wenn man mit dieser Band nicht seit den 80ern verbunden ist. Unsinn! Wir haben da eine andere Attitüde: Wenn du gerade erst jetzt die Eagles Of Death Metal entdeckt hast, dann willkommen! Have fun!“ Am 30. November hat man in der Arena Wien beim Gastspiel der Gruppe die Gelegenheit dazu.

Die Wartezeit von sieben Jahren auf ein neues EODM-Album führte Jesse auf den „dichten Terminplan von Josh“ zurück. „Aber sobald sich eine Chance ergab, haben wir sie genutzt.“ Am Prozess habe sich gegenüber früher nichts verändert, meinte Homme: „Jesse muss das Spielzeug bringen. Dann liegt alles am Tisch und jeder sucht sich das aus, womit er herumspielen will.“

Und wenn die beiden betont dicken Freunde einmal doch unterschiedlicher Meinung sein sollten? Wäre das das Ende der Adler? „Das ‚Was-wäre-wenn-Spiel‘ mag ich nicht“, zuckte Homme mit den Schultern. „Was wäre, wenn sich dein Schwanz in eine Schlange verwandelt und dich in den Kopf beißt?“

(Das Gespräch führten Wolfgang Hauptmann und Christoph Griessner/APA)

(S E R V I C E - http://eaglesofdeathmetal.com)