Mit dem Hackbrett auf Klangwolke 7
Beim 21. Iseltaler Hackbrettlertreffen zeigten an die 20 Musikanten ihr Können auf dem Schlaginstrument. Altmeister Florian Pedarnig, der die Treffen ins Leben gerufen hat, setzte sich auch selbst ans Hackbrett.
Von Catharina Oblasser
Ainet –Am Sonntagnachmittag erfüllten fast schon symphonische Klänge das Aineter Gemeindezentrum. An die 20 Hackbrettspieler aus Nord-, Ost- und Südtirol, aus Kärnten, Salzburg und Bayern waren zum Iseltaler Hackbrettlertreffen gekommen. Es findet jedes ungerade Jahr immer am letzten Sonntag im September statt, ins Leben gerufen hat es der bekannte Osttiroler Musiker und Komponist Florian Pedarnig. Mitorganisator ist seit heuer auch die Arbeitsgruppe Osttirol des Tiroler Volksmusikvereines.
Das Konzept ist einfach: Eine Musikgruppe, bei der auch Blasinstrumente zum Einsatz kommen, gibt die Melodie vor. Die Hackbrettspieler begleiten diese auf ihren Instrumenten. Gestern zeichneten die Deferegger Tanzlmusik und die Schneiderhäusl Musig aus Innsbruck für den guten Ton verantwortlich. Einmalig die Begleitung durch gleich zwanzig Hackbretter: So viele zugleich bekommen Musikfreunde sonst nie zu hören. Gespielt wurden Märsche und andere für die Volksmusik typische Melodien. Den Auftakt machte, wie bei jedem Treffen üblich, das Stück „Dem Peter zur Ehr“.
„Dieses Stück habe ich für meinen Schwager Peter Brugger komponiert“, erzählt Florian Pedarnig. „Er hat viele Hackbretter gebaut.“ Brugger ist mittlerweile verstorben, sein Lied wird immer noch gespielt. Als Pedarnig das Treffen begründete, wollte er das alte Instrument wieder zum Leben erwecken. „Damals gab es nur alte Musikanten. Heute haben wir auch schon wieder viele junge dabei.“ Der Unterschied zwischen Alt und Jung: „Die Jüngeren geben sich nicht mehr damit zufrieden, die anderen Instrumente bloß zu begleiten. Sie wollen auch Soli spielen“, erzählt der Musiker. Entsprechend angewachsen ist die Zahl der Kompositionen, die dem Rechnung trägt.
Schwierig ist das Hackbrettspiel übrigens nicht, meint Pedarnig. „Ab etwa acht Jahren kann man damit anfangen. Es wird auch an allen Osttiroler Musikschulen unterrichtet, allerdings meist nicht das typische Osttiroler Hackbrett, das diatonisch ist, sondern das so genannte chromatische Hackbrett.“
Hackbrett-Experte Hubert Kobler, der auch moderierte, wusste einiges über die Tradition zu berichten. „Unser Treffen hier in Osttirol ist das älteste der Welt. Es gibt noch eines in der Schweiz, doch das erst seit 2006.“
Und früher seien Engel auf kirchlichen Gemälden stets mit Hackbrett dargestellt gewesen. Erst im 17. Jahrhundert wechselten die Darstellungen zur Harfe.