Beim Museumskirchtag lebte Tiroler Tradition auf
Bis zu 9000 Besucher wurden gestern im Höfemuseum in Kramsach erwartet. Es war der krönende Abschluss einer gelungenen Saison.
Kramsach –Auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch wurden im Areal des Tiroler Höfemuseums Kramsach gestern die Besucher bei der Eröffnung des Kirchtags begrüßt. Kein Wunder – die Veranstaltung lässt sich für Busreisende gut vermarkten, und so strömten die Touristen zu Hunderten auf den Wegen zwischen den 14 alten Höfen durch das weitläufige Museumsgelände. Doch am Nachmittag wird der Kirchtag eine Tiroler Angelegenheit, wie Thomas Bertagnolli, der wissenschaftliche Leiter des Museums, erklärte. Eine Tiroler Angelegenheit ist der Kirchtag ohnedies. So konnte Obmann Hans Knoll 500 ehrenamtlichen Helfern aus dem ganzen Land danken. Eine Welle der Solidarität für das Museum, die auch NR Hermann Gahr freute. Solidarität erbat er sich auch für die Tiroler Landwirte. Er hofft auf einen Schulterschluss der Produzenten und Konsumenten, geraten doch durch den Preisverfall von Milch und Fleisch Tiroler Bauernfamilien in Existenznot. Gahr erinnerte aber auch an die Not der Flüchtlinge und meinte: „Ich hoffe, dass wir diese Herausfor- derung friedlich meistern.“
Den nachdenklichen Worten folgte dann Kirchtagsstimmung vor und in den Höfen, mit viel Musik und Schmankerln. Auch alte Handwerksberufe wurden vorgestellt und ließen die Fotoapparate der Besucher heiß laufen.
Heuer präsentierte sich das Museum mit einem neuen Ausstellungskonzept. Interaktiv wurde den Gästen aus aller Herren Ländern das Leben der Bauern in Tirol vor Augen geführt. „Das hat voll eingeschlagen“, freut sich Bertagnolli. Bis zu 9000 Gäste wurden gestern im Museumsgelände erwartet, bis Ende Oktober könnten es in dieser Saison 70.000 werden. (wo)