Flüchtlinge - Salzburg bildet eigenen Einsatzstab an der Grenze
Salzburg (APA) - Auch wenn unklar ist, wie es mit den Sonderzügen für Flüchtlinge von Salzburg nach Deutschland weitergeht, verstärken Stadt...
Salzburg (APA) - Auch wenn unklar ist, wie es mit den Sonderzügen für Flüchtlinge von Salzburg nach Deutschland weitergeht, verstärken Stadt und Land Salzburg den Einsatz an der Grenze zu Freilassing. Es wurde ein eigener Einsatzstab gebildet. Die Stadt ist als Bezirksverwaltungsbehörde für den Bereich zuständig, das Land stellt die finanziellen Ressourcen und Personal, teilte die Stadt Salzburg am Sonntag mit.
„Wir brauchen dringend Manpower vom Land, am besten auch Leute vom Katastrophenschutz. Wir können unseren Stab vom Bahnhof nicht duplizieren“, erklärte Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ). In einer 20 Punkte umfassenden Liste, wurden unter anderem folgende Maßnahmen festgelegt: Es soll an Ort und Stelle einen Einsatzleiter sowie klare Entscheidungsstrukturen geben. Die bestehenden Räumlichkeiten werden adaptiert, um die Flüchtlinge besser versorgen zu können. Es soll keine unkoordinierten Anlieferungen von Spenden mehr an die Grenze geben. Außerdem sollen die sanitäre Situation und die Reinigung der Straßen verbessert werden.
An der Grenze warteten am Sonntag rund 800 Personen. Am Salzburger Hauptbahnhof hatte sich die Situation etwas entspannt, weil ein Sonderzug zu Mittag 421 Personen nach Deutschland brachte. Mit Bussen wurden rund 400 Menschen nach Oberösterreich transportiert. In der Tiefgarage waren rund 200 Personen. Am späteren Abend war ein weiterer Sonderzug für rund 400 Personen geplant. Am Montag ist eine Generalreinigung und Desinfektion der Bahnhofstiefgarage vorgesehen, um sie weiter nützen zu können.
In Oberösterreich hat das Rote Kreuz an diesem Wochenende 2.790 Betten für flüchtende Menschen zur Verfügung gestellt, teilte das Rote Kreuz am Sonntag mit. In der Nacht von Freitag auf Samstag waren 1.140 Menschen untergebracht, in der gestrigen Nacht waren es 2.043. „Es ist für mich trotz meiner langen Rot-Kreuz-Zugehörigkeit unbeschreiblich, was die Rot-Kreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit Wochen leisten“, dankte Rot-Kreuz-Landesrettungskommandant Christoph Patzalt. Für die bevorstehende Nacht rechnete Stefan Neubauer, der Pressesprecher des Roten Kreuzes, erneut mit einer hohen Auslastung der oberösterreichischen Kapazitäten.