OÖ-Wahl - Reaktionen der Tiroler Parteien
Linz/Bregenz (APA) - Das politische Erdbeben in Oberösterreich hat auch in Tirol viele Reaktionen hervorgerufen. Die im Landtag vertretenen ...
Linz/Bregenz (APA) - Das politische Erdbeben in Oberösterreich hat auch in Tirol viele Reaktionen hervorgerufen. Die im Landtag vertretenen Parteien kommentierten die Ergebnisse ihrer Kollegen, echter Jubel kam dabei nur bei der Tiroler FPÖ auf.
Tirols VP-Chef und Landeshauptmann Günther Platter ortet den Grund für die starken Verluste der ÖVP in Oberösterreich in der Flüchtlingsdebatte: „Es waren keine Landesthemen, die diese Wahl entschieden haben. Mit der Flüchtlingskrise wurde der Wahlkampf von einer globalen Herausforderung überschattet.“ Josef Pühringer habe noch Schlimmeres verhindern können: „Der Landeshauptmann hat das Land zu einer der erfolgreichsten Regionen Europas gemacht. Er und sein Team konnten mit einem Kraftakt den ersten Platz verteidigen.“
Grünen-Landessprecher Georg Willi freute sich in einer ersten Reaktion über die Zugewinne seiner Parteikollegen in Oberösterreich. Auch für ihn war die Asylfrage der entscheidende Faktor der Wahl. Willi hofft auf den Oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer: „Ich erwarte mir von einem christlich-sozialen Politiker, dass er nicht auf die FPÖ-Linie verfällt, das wäre nicht gut für Österreich. Die Grünen haben sich als verlässlicher Partner erwiesen und sollten auch künftig in der Regierung sein.“ Zur zukünftigen Politik meint Willi: „Wir müssen die FPÖ-Wähler für die Menschlichkeit gewinnen.“
„Nichts zu beschönigen“ gibt es für den Tiroler SPÖ-Chef Ingo Mayr am Ergebnis in Oberösterreich. „Die sozialdemokratischen Verluste im Industrieland Oberösterreich schmerzen. Leider konnten wir den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nicht vermitteln, dass die SPÖ weiterhin ihre starke Stimme ist“, analysierte Mayr. Aus der Wahl seien die richtigen Schlüsse zu ziehen: „Wir müssen wieder näher an die Menschen rücken und konkrete Antworten auf die brennenden Fragen unserer Zeit finden. Wir alle müssen Ketzern und Populisten kraftvoll entgegentreten.“
„Wir sprechen die Themen an, die die Menschen bewegen“, analysiert Tirols FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger das Wahlergebnis in Oberösterreich. „Wir lehnen die Völkerwanderung von Wirtschaftsflüchtlingen ab, bekennen uns aber wiederholt zum Schutz auf Zeit für echte Kriegsflüchtlinge“, spricht Abwerzger das Hauptthema im Wahlkampf an. Er stellt auch eine Forderung an die Bundespolitik: „Es braucht nun Neuwahlen auf Bundesebene.“