Judith Raab - Pinke Powerfrau muss vor dem Landhaus bleiben

Linz (APA) - Die Vier-Prozent-Hürde für den Landtag hat die sportliche NEOS-Spitzenkandidatin Judith Raab am Sonntag nicht genommen. Die pin...

Linz (APA) - Die Vier-Prozent-Hürde für den Landtag hat die sportliche NEOS-Spitzenkandidatin Judith Raab am Sonntag nicht genommen. Die pinke Powerfrau muss mit 3,5 Prozent (Stand: Hochrechung 19.00 Uhr) vor dem Landhaus bleiben. Mit ihr sind die NEOS nach der Steiermark und dem Burgenland schon bei der dritten Landtagswahl gescheitert.

Die 46-Jährige steht seit April 2014 an der Spitze der oberösterreichischen NEOS. Privat fährt Raab gerne Wildwasser-Kajak. Die Befürchtung, dass die Zukunft der nächsten Generation den Bach runtergehen könnte, hat die Mutter einer 19-Jährigen motiviert, in die Politik zu gehen. Dass sie selbst kurzzeitig eine politische Heimat in der Volkspartei gehabt hat, bewertet sie heute rückblickend als Lehre: „Wer nie in der ÖVP war, weiß nicht, was Stillstand ist.“

Raab wuchs auf einem Mühlviertler Bauernhof mit fünf Geschwistern auf, in bescheidenen Verhältnissen. Sie war die Erste in der Familie, die studierte. Gerade weil es ihr nicht in die Wiege gelegt wurde, schätzt sie die Bildung so hoch, sagt sie heute selbst. Wenn sie über das Thema spricht, geht ihr sichtbar das Herz auf. Sie war Geschäftsführerin des Uni-Netzwerks Kepler Society und später der Internationalen Akademie Traunkirchen und will „ganz sicher“ noch einen weiteren Uni-Abschluss machen, es wäre ihr vierter.

Im Wahlkampf waren die größten „Baustellen“, die sie anprangerte, die Parteienförderung inklusive Berufspolitikertum und die Jugendarbeitslosigkeit. Auch wenn die Flüchtlingskrise alles überlagerte - die NEOS befassten sich nur am Rande damit und blieben ihren Themen treu. Wohl auch mangels Budget setzten die Pinken stark auf Aktionen, ganz authentisch wirkte Raab dabei allerdings nicht. Im persönlichen Gespräch zu überzeugen, scheint viel eher ihr Ding zu sein.

Die fix liierte Mutter einer erwachsenen Tochter bezeichnet sich als Familienmensch. Ihre Hobbys sind Sport - „alle Ballsportarten“, Laufen oder Kajak-Fahren - und Kochen. Am liebsten am Sonntag für ihre Lieben. Auch wenn diese „nicht so viel essen können, wie ich kochen möchte“, wie sie sagt.