Heimsieg gegen Dornbirn: Bei den Haien bissen zwei Tiroler
Zwei starke Drittel bescherten den Haien am Sonntag einen 3:2-Arbeitssieg im Westderby über Dornbirn. Mit erstem Heimsieg und viertem Saisonerfolg rückt das disziplinierte Tiroler Kollektiv auf Platz vier vor.
Von Alex Gruber
Innsbruck – Alles, nur keine Show wollte Coach Christer Olsson gegen Dornbirn sehen. Im ersten Saisonheimspiel waren die Haie mit zu viel Offensivdrang beim 3:6 gegen Rekordmeister KAC nicht nur einmal ins offene Messer gelaufen.
„If you do the small things right, big things can happen“, lautete das Credo, das Olsson – 1995 seines Zeichen zum besten Verteidiger einer Weltmeisterschaft geehrt – vorgab. Wer die kleinen Dinge richtig macht, kann große Dinge vollbringen. Zuerst also die Arbeit, dann das Spiel.
Die Haie kamen der Ansage des schwedischen Headcoachs im disziplinierten Kollektiv nach, hielten die Vorarlberger großteils vom eigenen Kasten fern. Derek Hahn (Bluterguss in der Lunge) stand wieder am Eis, dafür musste Tyler Scofield (Oberkörperverletzung) frühzeitig runter. Bei Andreas Valdix (Adduktorenverletzung) war das Risiko noch zu groß.
Die Haie können ja auch auf Tiroler Arbeitsbienen bauen, die seit Jahren ihren Einsatz in den Dienst der Mannschaft stellen. Und zwei dieser emsigen Angreifer belohnten sich am Sonntag in Form des ersten Saisontors selbst: Kapitän Patti Mössmer verwertete nach einem Schuller-Schuss und VanBallegooie-Chance den zweiten Abpraller in Überzahl volley zur 1:0-Führung (8.). Und Benni Schennach, der für Scofield in Reihe zwei vorrückte, krönte eine Einzelleistung mit der Vorentscheidung zum 2:0 (23.). Wenn von Dornbirn etwas kam – z. B. D’Alvise (31.) – war HCI-Keeper Andy Chiodo auf dem Posten.
„Ich probier’ mein Spiel einfach zu halten“, kommentierte Schennach im Lauf der Partie ein Erfolgsrezept. Servus-TV-Experte Claus Dalpiaz brachte es auf den Punkt: „Eine starke Defensivleistung ist der Grundstein für die Dominanz der Haie.“ Damit war nach zwei Dritteln aber nicht alles gesagt. Die Show kam doch noch ins Spiel: Denn wie Derek Hahn John Lammers das 3:0 (40.) mit äußerst feiner Klinge kredenzte, war aller Ehren wert.
Wie gern hätte Matt Siddall – vier Treffer in den ersten fünf Spielen für Dornbirn – den HCI-Verantwortlichen gezeigt, dass er eine weitere Saison gut genug gewesen wäre – er scheiterte zu Beginn des Schlussabschnitts aber an Chiodo (43.). Die Gäste ließen wenig (Emotion) erkennen, um das Ruder im Derby noch herumreißen zu können. Nach einem Blackout von Chiodo verkürzte Petrik aber auf 1:3 (53.), danach brannte doch noch einige Male der Hut. 36 Sekunden vor Schluss verkürzte Dornbirn sogar aufs 2:3, die Haie retteten sich aber über die Zeit.
„Im Großen und Ganzen hat es funktioniert, auch die Special Teams“, schloss David Schuller einen kollektiv disziplinierten Auftritt ab.
Ergebnisse 6. Runde EBEL
KAC - HCB Südtirol 3:4 n.P: (2:0,0:2,1:1;0:0,0:1)
Klagenfurt, 3.700. Tore: Setzinger (5.), M. Geier (14.), Schumnig (48./PP) bzw. Broda (28./PP), McMonagle (39.), Oberdörfer (57.), Vause entscheidender Penalty. Strafminuten: 14 plus 10 Desantis bzw. 10
Black Wings Linz - Graz 99ers 4:2 (1:0,1:2,2:0)
Linz, 4.000. Tore: Dorion (10.), Pirmann (30.), Hisey (51.), Da Silva (60.) bzw. Mitchell (31.), McLean (31./PP). Strafminuten: 8 bzw. 6
Vienna Capitals - Olimpija Ljubljana 5:3 (0:1,3:1,2:1)
Wien, 3.350 . Tore: Whitmore (28., 54.), Nödl (30.), Bois (31.), Iberer (50./PP) bzw. Music (14.), Pesut (22.), Ropret (44./PP). Strafminuten: 12 plus 10 Milam bzw. 6
Villacher SV - Red Bull Salzburg 2:3 (0:0,1:1,1:2)
Villach, 3.087. Tore: Leiler (33.), Alagic (48.) bzw. Ferriero (34., 44., 60.). Strafminuten: 8 bzw. 6
HC Innsbruck - Dornbirner EC 3:2 (1:0,2:0,0:2)
Innsbruck, 1.600. Tore: Mössmer (8./PP), Schennach (23.), Lammers (40.) bzw. Petrik (53.), D‘Alvise (60.). Strafminuten: je 8