Nippon-Nackedei wird tourentauglich

Dank umfangreicher Modifikationen hat Yamaha der nackten MT-09 Langstreckenqualitäten beigebracht.

© Letzner

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Mit der MT-09 ist Yamaha eine echte Erfolgsgeschichte gelungen, die in den aktuellen Zulassungsstatistiken immer vorne mit dabei ist. Klar will man diesen Erfolg bis ins Letzte auskosten und so erweiterte man das Konzept Stück für Stück. Nach der MT-09 Street Rally und der Sport Tracker (beides rein optische Variationen der „Neuner“) ist die MT-09 Tracer die neueste Version des Landstraßenfegers. Sie wurde allerdings angezogen, darf ein Windschild tragen und wirkt dadurch erwachsener. Klar, dass wir uns das genauer ansehen mussten.

Als wir unsere Tracer in Empfang nehmen durften, waren wir uns nicht ganz sicher, wo wir sie nun einordnen sollten. Ist das eine Spaßmaschine? Oder doch ein Tourer? Irgendwie hat die MT-09 Tracer ein bisschen etwas von allem, und genau das macht sie so interessant. Die stammtischrelevanten Daten können sich jedenfalls sehen lassen: Eine Nennleistung von 115 PS und ein maximales Drehmoment von 87 Nm. Das Ganze bei einem Gesamtgewicht (fahrfertig) von 210 Kilogramm. Der Spaßfaktor sollte also nicht zu kurz kommen. Und die Tracer sieht auch noch richtig schnittig aus. Zwar erinnert das Gesicht an die alten Fazer-Modelle, macht aber dennoch nicht den Eindruck, als wäre es von gestern.

Die Technik

Motor: R3 mit querliegender Kurbelwelle

Hubraum: 847 ccm

Bohrung/Hub:78/59,1 mm

Drehmoment: 87,5 Nm bei 8500 U/min

Leistung: 84,6 kW/115 PS

L/B/H:2160/950/1345 mm

Leergewicht (betankt):210 kg

Tankinhalt: 18 l

Antrieb: Kette

Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h

0–100 km/h: k.A s

Verbrauch: 4,8 l

Sitzhöhe:845 mm

Preis: 11.599 Euro

Lenkkopfwinkel: 65° gg. Horizontale

Nachlauf: 103

Radstand: 1440 mm

Federweg vo. / hi.: 137/130

Reifenbreite vo. / hi.: 120 / 180

Jetzt aber rauf auf den Bock. Die Platzverhältnisse auf dem Tourer fallen deutlich üppiger aus als auf der nackten Version der „Neuner“ und die Sitzhöhe liegt mit 845 mm über der des Landstraßenfegers. Schon auf den ersten Metern merkt man, dass das Fahrwerk der Tracer straffer abgestimmt wurde als das der Plattformspenderin. Spielend fängt der Tourer jede Bodenwelle ab, während wir die Kehren der Gerlos-Alpenstraße hinaufstürmen. Jeden noch so kleinsten Zug am etwas breiter angelegten Lenker verwandelt die langstreckentaugliche Sportskanone sofort in Schräglage und lässt sich so spielend leicht manövrieren. Ein echtes Highlight ist der 847 cm³ große Dreizylinder, der das Herz der Tracer darstellt. Er drückt den Tourer in jeder Lebenslage derart vehement nach vorne, dass auch sportbegeisterte Fahrer auf ihre Rechnung kommen werden. Zudem kann der Fahrer auf unterschiedliche Fahrmodi (A, B und Standard) zurückgreifen. Während in den Modi A und Standard die Kraftentfaltung über die Drehzahl geregelt wird, wird im Modus B zusätzlich die Spitzenleistung um etwa zwölf PS reduziert. In Anbetracht des Gesamtpakets ist auch der Preis ein echtes Highlight: Ab 11.599 Euro beginnt der Spaß inklusive echter Tourenqualitäten.

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