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Erneut Blutbad an US-Hochschule mit zahlreichen Toten

USA/Roseburg (Oregon)/Washington (APA/AFP/dpa/Reuters) - An einer Hochschule im US-Staat Oregon hat ein Bewaffneter mindestens zehn Menschen...

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USA/Roseburg (Oregon)/Washington (APA/AFP/dpa/Reuters) - An einer Hochschule im US-Staat Oregon hat ein Bewaffneter mindestens zehn Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Nach Angaben der Polizei wurde der Schütze nach der Bluttat am Donnerstag von Beamten erschossen. US-Präsident Barack Obama beklagte, dass solche Schießereien mittlerweile „zu einer Art Routine“ geworden seien und forderte erneut schärfere Waffengesetze in den USA.

Die Polizei wurde am Donnerstag gegen 10.30 Uhr (Ortszeit) in das Umpqua Community College (UCC) in dem ländlichen Ort Roseburg gerufen. Nach Angaben von Augenzeugen eröffnete der neusten Medien-Informationen zufolge 26-Jährige in einem Raum das Feuer, ging dann in weitere Räume und erschoss dort gezielt seine Opfer. Die Polizei konnte den Schützen nach ihrer Ankunft lokalisieren und lieferte sich eine Schießerei mit ihm, bei der er getötet wurde.

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Bezirks-Sheriff John Hanlin sprach nach der Bluttat von zehn bestätigten Todesopfern und sieben Verletzten, einige wurden demnach schwer verwundet. Er wisse, dass es „widersprüchliche Berichte“ zu den Opferzahlen gebe, sagte der Bezirks-Sheriff. Die Zahl der zehn Toten sei die „genaueste Information, die wir derzeit haben“. Die Identität der Opfer werde aber noch nicht bekannt gegeben.

Die Studentin Cassandra Welding schilderte in US-Medien, wie sie den Amoklauf in einem Nebenraum erlebte. Eine Kommilitonin sei aus dem Zimmer gelaufen, um zu sehen was los war, und direkt erschossen worden. „Dann haben wir die Türen verriegelt und das Licht gelöscht, wir waren alle so in Panik“, sagte sie dem Sender CNN. „Wir haben den Notruf gewählt und unsere Eltern angerufen und ihnen gesagt, dass wir sie lieben.“

Verärgert und betrübt zugleich äußerte sich US-Präsident Obama zu der Bluttat. „Wir stumpfen ab“, warnte er angesichts der Häufigkeit solcher Tragödien. „Wir können durchaus etwas dagegen tun, aber dafür müssen wir unsere Gesetze ändern“, fuhr er fort. Er könne das freilich nicht im Alleingang durchsetzen. Er „brauche einen Kongress“, der zur Zusammenarbeit bereit sei.

„Gebete sind nicht genug“, sagte der US-Präsident. Es dürfe nicht sein, dass jemand, der anderen Menschen schaden wolle, in dem Land „so leicht“ an Waffen gerate. In der Vergangenheit war Obama immer wieder am Widerstand der Republikaner mit Initiativen für ein schärferes Waffenrecht gescheitert.

Die Motive und Hintergründe der Tat in Roseburg waren zunächst unklar. Eine Augenzeugin erzählte einer Lokalzeitung, der Täter habe seine Opfer aufgefordert, sich auf den Boden zu legen. Dann mussten sie aufstehen. Daraufhin habe der Schütze sie nach ihrer Religion gefragt, dann aber wahllos das Feuer eröffnet.

Auch offen blieb, ob der Schütze selbst an der Hochschule studierte. Die Behörden prüften Einträge in sozialen Netzwerken, mit denen er die Tat womöglich ankündigte. Mehreren Berichten zufolge wurden am Tatort vier Waffen und ein Handy mit Nachrichten gefunden, die sich offenbar auf den Amoklauf bezogen.

Polizei und Feuerwehr waren im Großeinsatz und sperrten das Gelände des Colleges ab. Die Polizei kontrollierte alle Studenten beim Verlassen der Gebäude auf Waffen und fahndete nach möglichen Komplizen. Sprengsoff-Experten durchsuchten in der Nähe geparkte Autos nach Bomben.

Am Umpqua Community College sind mehr als 3.000 Vollzeit- und 16.000 Teilzeit-Studenten eingeschrieben. Die Kleinstadt mit rund 22.000 Einwohnern liegt etwa drei Autostunden südlich der Metropole Portland. Bis Montag sollte das College geschlossen bleiben, alle studentischen Aktivitäten für das Wochenende wurden gestrichen.

In den USA hat es in den vergangenen Jahren häufiger Schießereien an Schulen und öffentlichen Einrichtungen gegeben. Bei dem bisher blutigsten Amoklauf an einer US-Hochschule starben im Jahr 2007 an der Virginia Tech in Blacksburg mindestens 33 Menschen, darunter der Täter. Nach dem Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule im Jahr 2012 mit 20 Toten wurden an zahlreichen Schulen und Hochschulen die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Colleges und Universitäten seien wegen ihrer offenen Anlagen „anfällig für solche Ereignisse“, teilte der Verband American Association of Community Colleges mit. Die Organisation Everytown, die sich für eine Reform der laxen US-Waffengesetze stark macht, sprach von einer „Tragödie“. Oregons Gouverneurin Kate Brown ordnete an, die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden am Freitag auf Halbmast zu setzen.

(NEU: weitere Äußerungen von Obama, Polizei bestätigt mindestens zehn Tote, Augenzeugin)


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