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US-Ostküste zittert vor Hurrikan ‚‚Joaquin‘‘: Prognosen weiter unklar

Viele Orte an der US-Ostküste rüsten sich gegen den Sturm „Joaquin“, der am Freitag weiter an Stärke zunahm. Wann und wo er an die Küste treffen wird, ist aber noch unklar.

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Derzeit steuert Hurrikan "Joaquin" auf Nassau zu. Ob er danach in Richtung US-Ostküste zieht, ist noch ungewiss.
© APA/EPA/NOAA

New York – New Jerseys Gouverneur Chris Christie hat bereits vorsorglich den Notstand ausgerufen, New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio betont auf seinem offiziellen Twitter-Account und in diversen Interviews, dass sich die Stadt „aggressiv vorbereite“.

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Obwohl sich die Meteorologen noch uneins sind, wann und wo Hurrikan „Joaquin“ in den nächsten Tagen auf die US-Ostküste trifft, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Am Freitag nahm der Sturm an Stärke zu, das nationale Hurrikanzentrum stufte ihn in die zweithöchste Kategorie vier ein. Einigkeit herrscht indes darin, dass der Wirbelsturm als „extrem gefährlich“ einzustufen sei. Noch am Freitag dürfte „Joaquin“ Nassau, die Hauptstadt der Bahamas, erreichen.

Auf „Sandys“ Spuren

Die Behörden sind nicht nur wegen der prognostizierten heftigen Regenfälle und möglichen Überschwemmungen alarmiert. Es spielt wohl auch eine Rolle, dass einige Meteorologen „Joaquin“ eine ähnliche Verlaufsbahn wie Hurrikan „Sandy“, der vor knapp drei Jahren massive Verwüstungen an der Ostküste hinterlassen hatte, zurechnen.

„Sandy“ traf im Oktober 2012 mit einer Sturmflut in New York City ein, viele andere Orte entlang der Küste wurden ebenfalls schwer getroffen. Bis heute gilt „Sandy“ als eine der teuersten Naturkatastrophen der US-Geschichte, mehr als 120 Menschen wurden getötet, der Sachschaden belief sich auf 70 Milliarden Dollar.

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„Wir sind in Alarmbereitschaft“, bekräftigt auch de Blasio Freitagmorgen in einem Interview mit dem Sender AM 970‘s. Den Prognosen zufolge ist mit einem Auftreffen des Sturms am Montag an der Ostküste zu rechnen. Wegen seines komplexen Aufbaus seien allerdings genaue Vorhersagen für den Zug des Sturms schwierig, erklären Wetterexperten in den USA.

So gehen einige Modelle davon aus, dass er von den Bahamas weiter nach Norden ziehen könnte und von dort die Ostküste Amerikas ansteuert. Andere Prognosen sehen den Sturm aber aufs offene Meer ziehen.

„Extrem gefährlich“

Die derzeitigen Wettervorhersagen sind jedenfalls mehr als vage. Demnach wird „Joaquin“ irgendwo zwischen den Bundesstaaten North Carolina und Massachusetts wieder an Land treffen. Dieser Korridor umfasst allerdings alleine an der Küste eine Strecke von rund 1200 Kilometern.

Trotz der Ungewissheit gehen die Verantwortlichen vom Schlimmsten aus. „Die Wetterberichte sind nicht ermutigend“, begründet etwa Christie den Notstand in New Jersey. Damit könnten sich die Behörden besser auf mögliche Notlagen einstellen, so der republikanische Präsidentschaftswerber.

Auf den Bahamas haben die Schulen vorübergehend den Unterricht eingestellt, Flüge wurden annulliert und Kreuzfahrtschiffe umgeleitet. Da sich der Wirbelsturm vergleichsweise langsam vorwärtsbewegt, dürfte er für massives Chaos sorgen.

Donnerstag Abend konnten Bewohner der Bahamas bereits erste Ausläufer von „Joaquin“ spüren, Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 km/h ließen den Wirbelsturm auf die Insel zutreiben.

Wirbelstürme der Kategorie vier können massive Schäden anrichten. So warnt das Wetterportal „weather.com“ im Fall von „Joaquin“ davor, dass Dächer und Schornsteine abgedeckt, Bäume ausgerissen und Strommasten zerstört werden könnten.

Der Wasserstand könnte zwischen 1,5 und 3 Metern steigen, mit riesigen Wellen ist an Küstengebieten ebenfalls zu rechnen. Es dürfte auch zu zahlreichen lokalen Überschwemmungen aufgrund des starken Regens kommen.


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