Entgeltliche Einschaltung

Drei Tote bei Angriff auf Krankenhaus in nordafghanischem Kunduz

Kabul (APA/AFP/Reuters/dpa) - Bei einem Angriff auf ein Krankenhaus der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (ROG) sind in der Nacht aus Sam...

  • Artikel
  • Diskussion

Kabul (APA/AFP/Reuters/dpa) - Bei einem Angriff auf ein Krankenhaus der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (ROG) sind in der Nacht aus Samstag im nordafghanischen Kunduz drei Menschen getötet worden. Die NATO erklärte, möglicherweise sei die Klinik bei einem Luftangriff der Militärallianz getroffen worden. In einer Erklärung war von einem möglichen „Kollateralschaden“ die Rede. Es seien Ermittlungen eingeleitet worden.

Laut Ärzte ohne Grenzen wurde das medizinische Zentrum zur Traumabewältigung mitten in der Nacht getroffen. Seitdem würden mehr als 30 Menschen vermisst. Die NATO nannte für ihren Angriff nahezu denselben Zeitpunkt. Bei den Opfern handle es sich um Mitarbeiter, teilte ROG am Samstag mit. Außerdem sei die Klinik durch den „Luftangriff“ schwerbeschädigt worden. „Bei dem Angriff ist es möglicherweise zu einem Kollateralschaden bei einer nahe gelegenen medizinischen Einrichtung gekommen“, sagte Militärsprecher Brian Tribus. „Der Vorfall wird noch untersucht.“

Entgeltliche Einschaltung

Der örtliche Leiter von Ärzte ohne Grenzen, Bart Janssens, äußerte sich schockiert über den Angriff und forderte alle Konfliktparteien auf, die Sicherheit von Gesundheitseinrichtungen und deren Personal zu respektieren.

Seit dem überraschenden Taliban-Angriff auf Kunduz am Montag sind nach Angaben der Organisation in der Klinik 394 Verletzte behandelt worden. Zum Zeitpunkt des Luftangriffs am Samstag seien 105 Patienten, Angehörige und gut 80 Mitarbeiter in dem Gebäude gewesen, erklärte Janssen. Die Klinik wird ausschließlich aus Spenden finanziert und behandelt jeden - unabhängig von Herkunft oder Religion.

50 x € 100,- Heizkostenzuschuss zu gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung

Kunduz war am Montag von den Taliban erobert worden. Die USA haben die Gegenoffensive der afghanischen Armee unter anderem mit Luftangriffen unterstützt. Auch nach der Rückeroberung der Stadt am Donnerstag hielten die Kämpfe dort an. Kämpfer der Taliban verschanzten sich in Wohnhäusern. Sie kämpfen gegen die Regierung in Kabul, seit sie vor fast 14 Jahren durch einen US-geführten Militäreinsatz entmachtet wurden.

Der Fall von Kunduz und die mühsame Rückeroberung stellen auch infrage, ob die von NATO-Soldaten ausgebildeten afghanischen Soldaten und Polizisten tatsächlich immer besser für die Sicherheit im Land sorgen können.

~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA057 2015-10-03/09:53


Kommentieren

Entgeltliche Einschaltung