Flüchtlinge - Pazifikstaat Nauru lockert Regeln zur Unterbringung

Sydney (APA/AFP) - Der Pazifikstaat Nauru erlaubt künftig den Asylwerbern in einem von Australien eingerichteten Flüchtlingslager, sich frei...

Sydney (APA/AFP) - Der Pazifikstaat Nauru erlaubt künftig den Asylwerbern in einem von Australien eingerichteten Flüchtlingslager, sich frei auf der Insel zu bewegen. Das Aufnahmelager sei in ein „offenes Zentrum“ umgewandelt worden, was den Flüchtlingen Bewegungsfreiheit ermögliche, teilte die Regierung des Inselstaates am Montag mit. Überdies sollten alle noch offenen Asylanträge binnen einer Woche bearbeitet werden.

Justizminister David Adeang sprach von einem „bedeutenden Tag für Nauru“ und einem „mitfühlenden Programm“. Dies sei immer das Ziel seiner Regierung gewesen. Adeang erklärte, Australien unterstütze die Maßnahmen und stelle mehr Polizeikräfte zur Verfügung und sorge für eine angemessene gesundheitliche Versorgung der Asylbewerber. Ziel der Pläne ist unter anderem, die Flüchtlinge aus Ländern wie dem Iran und Sri Lanka langfristig auf der 10.000-Einwohner-Insel zu integrieren.

Nach Angaben der australischen Regierung sind seit Februar bereits Regelungen zur begrenzten Öffnung des Lagers in Kraft. Der australische Einwanderungsminister Peter Dutton erklärte, Australien werde Nauru in der Flüchtlingsfrage weiter unterstützen.

Das Flüchtlingslager auf Nauru ist Teil der rigorosen Einwanderungspolitik Australiens. Die Marine fängt Bootsflüchtlinge systematisch ab und zwingt sie zur Umkehr. Nicht sofort zurückgeschickte Flüchtlinge werden in Aufnahmelager in Nauru und sowie in ein weiteres Lager in Papua-Neuguinea gebracht. Selbst wenn ihre Asylanträge anerkannt werden, müssen sie in der Regel dort bleiben.

Menschenrechtsvertreter bezeichneten die neuen Regelungen als Entscheidung in letzter Minute. Sie sei zeitgleich mit einem Gerichtsverfahren in Australien erfolgt, bei dem die Rechtmäßigkeit der australischen Politik in Frage gestellt wird. Das in Australien ansässige Human Rights Law Center erklärte, dass den Menschen nun der Ausgang ermöglicht werde, löse nicht „die fundamentalen Probleme, die durch das unbegrenzte Eingesperrtsein auf einer abgelegenen Insel entstehen“.


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