Merkel begann Regierungskonsultationen in Indien

Neu-Delhi/Berlin (APA/AFP/dpa) - Begleitet von mehreren Ministern hat Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel am Montag Regierungskonsultatione...

Neu-Delhi/Berlin (APA/AFP/dpa) - Begleitet von mehreren Ministern hat Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel am Montag Regierungskonsultationen in Indien aufgenommen, die auf die Ausweitung des wirtschaftlichen Austausches zielen. Indiens Premierminister Narendra Modi bezeichnete Merkel als politischen Stabilitätsfaktor in Europa.

Ohne konkret die Flüchtlingskrise zu nennen, sagte Modi nach deutsch-indischen Regierungskonsultationen in Neu Delhi, Merkels Führungsrolle stelle einen „zuverlässigen Anker in schwierigen Zeiten in Europa und der Welt“ dar. Sie sei nach Indien gekommen, obwohl sie in ihrer Region eigene Sorgen habe. Merkels Engagement sei von großer internationaler Bedeutung.

Merkel sagte: „Die Welt ist voller Konflikte.“ Indien und Deutschland engagierten sich für die Befriedung anderer Länder. Und Indien sei Deutschlands Land Nummer eins in der Entwicklungszusammenarbeit (EZA). Merkel gab eine 13.00 Jahre alte Statue der Göttin Durga zurück, die das Stuttgarter Linden-Museum vor 15 Jahren in New York für 225.000 Euro ersteigert hatte. Erst später stellte sich heraus, dass sie aus Indien gestohlen worden war.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier forderte indes in einem Interview den Abbau der Hürden für ausländische Firmen. „Ein verlässlicher rechtlicher und administrativer Rahmen ist unerlässlich für deutsche Unternehmen in Indien“, sagte Steinmeier der „Hindustan Times“. Deutsche Firmen seien besorgt über zu viel Bürokratie und Korruption sowie Mängel bei der Infrastruktur und einen Mangel an qualifizierten Arbeitern. Zugleich lobte er aber Premierminister Modi dafür, dass er in die richtige Richtung gehe. Der Hindunationalist hat seit seinem Amtsantritt im Mai 2014 die Reform der Wirtschaft zur Priorität gemacht, um mehr ausländische Investoren ins Land zu holen.

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Merkel war am späten Sonntagabend in der indischen Hauptstadt Neu Delhi gelandet. Begleitet wird sie neben Steinmeier von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU), Landwirtschaftsminister Christian Schmidt und Entwicklungsminister Gerd Müller (beide CSU) sowie weiteren Politikern und Wirtschaftsvertretern. Geplant sind am Montag bilaterale Gespräche zwischen Merkel und Premierminister Modi, dessen Außenministerin Sushma Swaraj und Staatspräsident Pranab Mukherjee.

Am Dienstag reist Merkel weiter in die südindische Technologiemetropole Bangalore, wo sie den deutschen Elektronikkonzern Bosch besucht und an einem deutsch-indischen Wirtschaftsforum teilnimmt.


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