Imker feiern nach Pause Erntedank

Von Matthias Reichle...

Von Matthias Reichle

Kauns –In den letzten zwei Jahren hatten die Tiroler Imker wenig zu lachen. Zwei katastrophale Sommer machten den Honig-Prämierungen 2013 und 2014 einen Strich durch die Rechnung. Der süße Erntedank der Bienenhirten fiel einerseits dem Wetter, andererseits der Varroa-Milbe, die die Bienenvölker akut bedroht, zum Opfer. Statt süßen Honigs ging die Angst vor dem Bienensterben von Mund zu Mund. „Heuer war das Honigjahr gut“, erklärt der Präsident des Verbandes „Tiroler Dunkle“ Meinrad Falkeis – ein Grund, die Tradition wieder aufleben zu lassen. Rund 125 Imker aus ganz Tirol haben die „Ernte“ des heurigen Jahres zur Prämierung eingereicht.

Gefeiert wird unter dem Motto „Kauns summt“ in Tirols erstem freiwilligen Bienenschutzgebiet im Kaunertal. In den drei Gemeinden wurde vor vier Jahren ein Projekt gestartet, um die „Braunelle“ – eine alte Tiroler Bienenrasse – vor dem Aussterben zu retten.

Dabei war der letzte Winter gerade für die Kaunertaler Biene ein besonders harter, berichtet Falkeis: Man habe 40 Prozent der Völker an den Schädling verloren. Der Bienen-Obmann vermutet bereits Resistenzen bei der Milbe gegenüber herkömmlichen Gegenmitteln. „Kritisch“ beurteilte er die Situation der Biene selbst, die schon öfter kurz vor dem Aussterben war. Das heurige Jahr stand ganz im Zeichen des Wiederaufbaus. Fast hat man es schon geschafft, die alte Völkerzahl wiederherzustellen, betont der Bienen-Chef.

Die Honig-Prämierung beginnt am Sonntag, 11. Oktober, um 8.30 Uhr beim Kulturhaus Kauns mit der hl. Messe. Nach dem Frühschoppenkonzert ehrt die Gemeinde verdiente Bürger. Naturpark-Geschäftsführer Ernst Partl referiert um 14.30 Uhr über das Braunelle-Projekt. Um 15 Uhr beginnen die Prämierungen.

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