Herumstreunende Männer zerstörten Kulturgut

Innsbruck, Kufstein – In der Nacht auf den 20. Mai wurde die Kufsteiner Schützengilde Opfer eines folgenschweren Einbruchs. Täter waren drei...

Symbolfoto.
© TT/Julia Hammerle

Innsbruck, Kufstein –In der Nacht auf den 20. Mai wurde die Kufsteiner Schützengilde Opfer eines folgenschweren Einbruchs. Täter waren drei in Kufstein herumstreunende Männer, die sich im Vereinsheim offenbar nicht nur Waffen als Beute erhofften. Einer des Trios schaffte es allerdings nicht ins Innere des Heims, da er sich beim Einschlagen der Scheibe schwer verletzt hatte. Die beiden anderen nahmen jedoch neben zwei Luftdruckgewehren eine Pistole, eine Bierkiste und die zweitälteste, historische Schützenkette des Vereins an sich. Geteilt wurde darauf brüderlich. Das heißt, zerteilt. Denn die Männer rissen die Kette auseinander und behielten je die Hälfte. Und dies, obwohl jedes einzelne Teil der Kette aus dem 17. Jahrhundert ein Unikat in Form von geprägten Münzen war. Das Kulturgut wog dabei 1,7 Kilogramm und bestand aus 25 Einzelteilen. Bestand.

Die Hälfte der Kette ließ ein nun am Landesgericht wegen Einbruchsdiebstahls angeklagter 24-Jähriger nämlich für 150 Euro bei Ögussa als Bruchsilber einschmelzen.

Die historische Schützenkette der Schützengilde Kufstein ist für immer verloren. Sie wurde teils zu Bargeld eingeschmolzen.
© Polizei

Schützen-Obmann Josef Daxerer: „Für uns hatte sie sicher einen ideellen Wert von 30.000 Euro. Ich kann nicht glauben, dass man die historische Kette einfach eingeschmolzen hat!“ Ein Gewehr und die Pistole gingen an die Schützen zurück. Mit dem anderen Gewehr und der verbliebenen Kettenhälfte ist der dritte Täter flüchtig. Über den gar nicht allzu reuigen 24-Jährigen ergingen 720 Euro Geldstrafe. Den Schützen muss er 1000 Euro erstatten. (fell)


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