Keine neuen Erkenntnisse zu Nazi-Schmierereien in Hohenems

Hohenems (APA) - Bezüglich der Nazi-Schmierereien in Hohenems vom vergangenen Wochenende tappen Polizei und Verfassungsschutz nach wie vor i...

Hohenems (APA) - Bezüglich der Nazi-Schmierereien in Hohenems vom vergangenen Wochenende tappen Polizei und Verfassungsschutz nach wie vor im Dunkeln. Es gebe noch keine konkreten Anhaltspunkte, die Hinweise aus der Bevölkerung seien bisher eher spärlich gewesen und hätten keinen Aufschluss über den oder die Täter gegeben, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag auf APA-Nachfrage.

In der Nacht auf Sonntag sind in der Vorarlberger Nibelungenstadt acht Gebäude und Flächen mit demselben roten Stift mit Nazi-Symbolen, -Codes und fremdenfeindlichen Parolen beschmiert worden. Auf dem Flüchtlingsheim fanden sich etwa drei Hakenkreuze und die Aufschrift „Asylflut stoppen“. Auch zahlreiche Stolpersteine im Jüdischen Viertel und die Eingangstür des Jüdischen Museums waren mit Hakenkreuzen verunstaltet.

Bereits vor vier Wochen erhielt der Hohenemser Bürgermeister Richard Amann (ÖVP) einen anonymen Brief mit „eindeutig nationalsozialistischem Gedankengut“, zudem wurden die Fensterscheiben des Kulturzentrums eingeschlagen. Vizebürgermeister Bernhard Amann (Emsige & Grüne) brachte diese und die Vorfälle von Sonntag mit der bevorstehenden Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) bezüglich der möglichen Wiederholung der Bürgermeister-Stichwahl in Hohenems in Verbindung. „Hohenems ist seit der Wahl gespalten“, hatte Amann am Montag auf APA-Anfrage gesagt.

In der Bürgermeister-Stichwahl im März besiegte der amtierende Bürgermeister seinen freiheitlichen Konkurrenten Dieter Egger mit einem Vorsprung von nur 121 Stimmen. Die Wahl wurde wegen Unregelmäßigkeiten bei der Zustellung von Wahlkarten angefochten.